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Zuletzt aktualisiert: 07.11.2010 um 05:54 UhrKommentare

Pro & Contra: Ist der SK Sturm reif für den Titel?

Der SK Sturm spielt in der Bundesliga ganz oben mit. Nur ein vorübergehendes Hoch oder können die Grazer heuer überraschend sogar den ganz großen Coup landen? G7 hörte sich bei den Urgesteinen der Blackys um.

Sturm-Fans haben derzeit allen Grund zu jubeln

Foto © GEPASturm-Fans haben derzeit allen Grund zu jubeln

Für viele überraschend spielt der SK Sturm im Spitzenfeld der T-Mobile-Liga mit. Alles scheint möglich. Oder doch nicht? Wir hörten uns bei den Urgesteinen der Blackys um. Damals, 1981, hätten Haudegen Manfred Steiner und Flügelflitzer Hubert Kulmer ja selbst fast den Meisterteller in der Hand gehabt, doch ein 1:4 gegen Rapid in der letzten Runde zerstörte den Traum. Die Wunde von einst sitzt immer noch tief. Und was trauen sie den Jungen diesmal zu?

Pro

Hubert Kulmer (57), einst rechts Außen, heute Finanzbeamter: "Am Anfang war heuer klar, das machen sich die Wiener und die Salzburger aus. Mittlerweile traue ich Sturm aber alles zu. Sogar den Titel. Franco Foda arbeitet super, die Klasse der Spieler ist auch da, und das, obwohl immer wieder Talente abwandern. Die Einkaufspolitik ist also optimal, dazu schwächeln die Gegner. Ja, ich denke, das ist zu schaffen. Ich hoffe nur, die Nerven halten zum Meisterschaftsfinale. 1981 hielten sie nicht. Schon während der Fahrt ins Stadion hat keiner von uns ein Wort geredet. Alles war geplant, die White Stars sollten spielen, ein Traktor für die Feier war reserviert. Wir waren 30 Runden lang Erster, im letzten Spiel haben wir dann alles vergeben. Ich wünsche Sturm diesmal ein besseres Ende."

Contra

Manfred Steiner (60), früher "Eiserner Mandi" in der Abwehr, Pensionist: "So sehr ich es den Burschen wünsche, ich fürchte, die Reife reicht nicht für den Meistertitel. Es ist eine sehr junge Mannschaft, deren Problem es ist, dass gute Fußballer immer wieder den Klub verlassen. In den vergangenen Jahren hat man deshalb oft die schweren Spiele, die Entscheidungsspiele verloren. Das ist schade, aber ich weiß, wie hart das ist. Damals, 1981, im letzten Spiel gegen Rapid, hatten viele von uns auch die Hosen voll, die konnten vor Nervosität den Ball nicht einmal stoppen. Ich selbst war nicht so, denn ich wollte immer jedes Spiel gewinnen, auch die Trainingsspiele. Aber ich finde, auch heute würde es manchen Spielern guttun, kompromissloser zu agieren. So käme man der Sache dann schon näher."

ROBERT PREIS

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