So spannend ist die Liga
Der KAC bezwang den Meister, der VSV spielte in Ungarn groß auf, Graz traf nach zehn Sekunden und drei Partien endeten erst im Penaltyschießen. So spannend ist derzeit die heimische Eishockey-Liga.

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KAC verteidigte mit Mann und Maus.
Das Drama. Man konnte sich nicht dem Eindruck entziehen, dass der KAC seinen Spielwitz im Derby auf Eis gelegt hatte, um ihn geballt auf die Salzburger Bullen loszulassen: Trotz augenscheinlicher Überlegenheit der Gäste konterten die Hausherren immer wieder eiskalt, erzielten drei Tore aus Zwei-Gegen-Eins-Situationen und warfen sich gegen die aus allen Rohren feuernden Salzburger in die Schlacht. Allen voran der starke Goalie René Swette, bei dem meist Endstation war.
Die Schlüsselszenen. Noch 87 Sekunden waren beim Spielstand von 5:3 zu spielen, als auch Gregor Hager noch auf die Strafbank musste und die Salzburger mit drei Mann (!) mehr die Wende versuchten. Als Daniel Welser 42 Sekunden vor Ende der Anschlusstreffer gelang, hielt die Stadthalle kollektiv den Atem an. Der KAC wuchs zur menschlichen Phalanx und brachte die knappe Führung über die Zeit.
Der Held. Markus Pirmann. Wurde von Abid Ramzi brutal von hinten niedergestreckt, kam zurück, erzielte das 5:3 und damit den späteren Siegestreffer.
Die Fortsetzung. Bereits am Freitag wartet mit den Vienna Capitals der nä-chste harte Gegner. Christoph Brandner, Jeff Shantz und Paul Schellander sollten dann wieder fit und der KAC komplett sein.
Die Auswärtsserie des VSV
Das Drama. 4:1 in Székesfehérvár. Sieht deutlich aus, war es aber nicht. Zumindest nicht vom Start weg, denn die Villacher lagen 0:1 zurück. In Folge versiebten die Ungarn Chancen auf das zweite Tor. In dieser Phase hielt Goalie Bernhard Starkbaum großartig. Der gebürtige Wiener entschärfte 42 von 43 Schüssen (Fangquote 98 Prozent). Erst nach und nach hielten Energie und Spielwitz Einzug ins Villacher Spiel. Dann flogen die Adler souverän zum fünften Auswärtssieg in Folge. Eine solche Serie ist lange, lange her, glückte zuletzt 2002/2003. Da feierte der VSV aber gleich zwölf Auswärtserfolge en suite.
Die Schlüsselszenen. Im zweiten Abschnitt und beim Stand von 2:1 überstanden die Cracks von Trainer Johan Strömwall drei Unterzahlspiele in Folge ohne Schaden.
Der Held: Mit dem Treffer zum 2:1 stellte der bärenstarke Matt Ryan die Weichen auf Sieg. Der 26-jährige Kanadier schnappte sich den Puck, lief auf das Tor von Szekesfehervar-Tormann Satosaari und ließ diesen mit einem gekonnten Haken alt aussehen (23. Minute).
Die Fortsetzung. Villach empfängt Freitag Jesenice. Am Sonntag bietet sich dem Strömwall-Team vor heimischem Publikum die Möglichkeit zur Derby-Revanche. Schon am Dienstag muss Nico Toff zum Arzt. Eine MRT-Untersuchung soll Klarheit über den Schweregrad seiner Knieverletzung bringen. Es besteht der Verdacht auf Meniskusriss.
Der Blitzstart der 99ers
Das Drama. Rund 600 Wiener Fans hatten zum Sturm auf die Grazer Eishalle angesetzt, doch der Sturm wehte aus der anderen Richtung. Nach nur zehn (!) Sekunden jubelten die Hausherren über das schnellste Liga-Tor der laufenden Saison. Darcy Werenka hatte Daniel Woger ideal bedient. Die Wiener schlugen nach sechs Minuten mit dem 1:1 zurück und hatten ihrerseits eine Überraschung für die Hausherren parat: Nach nur 15 Sekunden im Mittelabschnitt hieß es plötzlich 2:1 aus Sicht der Gäste. Erst 39 Minuten nach ihrem furiosen Auftakt gelang den Grazern auch der zweite Treffer.
Die Schlüsselszene. In der Overtime riss es die Grazer noch einmal von den Sitzen: Markus Peintner verlor den Puck etwas unglücklich an den aggressiv attackierenden Wiener Stürmer Francois Fortier. Der stürmte daraufhin völlig unbedrängt auf das Grazer Tor zu, doch Fabian Weinhandl erahnte den kurzen Haken nach rechts und blieb im Duell gegen den Frankokanadier Sieger.
Der Held. Harald Lange, der Kärntner Kapitän der Grazer übernahm als erster Penalty-Schütze viel Verantwortung, lief extrem langsam an, beschleunigte kurz und traf als einziger Schütze - wunderschön ins linke Kreuzeck.
Die Fortsetzung. Gelingt den 99ers die Weiterführung des Aufwärtstrends? Am Freitag steht der Gang nach Ungarn bevor.
Die Powerplay-Partie von Laibach
Dramatik, Rasse und Klasse prägten das Geschehen beim 6:5-Penaltysieg der Laibacher in Zagreb. Vor 7000 Fans hielten beide Teams das Tempo hoch, schossen aus allen Lagen und auch die Fäuste flogen. Das Spiel stand von Beginn an auf des Messers Schneide. Erst lagen die Kroaten voran, dann die Slowenen. Den finalen Höhepunkt setzte Andrej Hebar, der den entscheidenden Penalty versenkte. Laibach jubelte über vier Powerplay-Tore. Für Zagreb traf Ryan Kinasewich drei Mal. Bei Laibach glänzten Matt Higgins und Hebar jeweils mit einem Doppelpack.
Der Laternen-Wechsel
Mit einem 3:2-Sieg nach Penaltyschießen hat Vizemeister Linz in der 17. Runde der einheimischen Eishockey-Liga die "Rote Laterne" des Tabellenletzten abgegeben. Die weiter ohne ihre Schlüsselkräfte spielenden Oberösterreicher führten im zweiten "Stahlstadt-Derby" gegen Jesenice nach zwei Dritteln durch Tore von Oberkofler (10.) und Purdie (25./PP) schon deutlich mit 2:0, mussten am Beginn des letzten Spielabschnittes aber innerhalb von nur zehn Sekunden durch einen raschen Doppelschlag der Slowenen den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen. Den entscheidenden Penalty für die Oberösterreicher verwandelte dann aber Rob Shearer. Die Oberösterreicher überholten damit den nunmehrigen Tabellenletzten Fehérvár, der zu Hause gegen den VSV verlor, und sind punktegleich mit Olimpija Laibach.













