Parkstrafensammlung kann teuer werden
Kurios: Ein Grazer sammelte Parkstrafen in der Höhe von mehr als 50.000 Euro. Im Vorjahr kamen gar 4,7 Millionen Euro über Strafgelder herein.

Foto © Helmut WeichselbraunIn den letzten Jahren wurden einige Parkstrafen-Sammler bekannt
Die Einnahmen aus den Kurzparkzonen brachten die Grazer Stadtkasse im Vorjahr ordentlich zum Klingeln, immerhin konnte man mit 17,9 Millionen Euro einen neuen Rekord verbuchen. Ja, die Tariferhöhung in den Grünen Zonen spielte da eine entscheidende Rolle - aber sage und schreibe 4,7 Millionen Euro davon gingen auf das Konto von eingehobenen Strafgeldern.
In dieser Hinsicht kam zu den üblichen Verdächtigen in den letzten Monaten ein nagelneuer - und ebenfalls rekordverdächtiger - Kandidat hinzu: Denn ein Grazer hat dem Vernehmen nach wegen notorischen Falschparkens Strafen über mehr als 50.000 Euro gesammelt. "Wir können den Betreffenden aber nicht erreichen, er reagiert nicht", so Gottfried Pobatschnig, Leiter des Referats für Parkraumbewirtschaftung. "Sogar die Polizei hat bei ihm schon einmal vergeblich vorbeigeschaut."
Eine Reihe kurioser Fälle
Pobatschnig schüttelt den Kopf: "Ich versteh' überhaupt nicht, warum der Mann nicht schon längst eine Ausnahmegenehmigung um 210 Euro beantragt hat, das würde ihm allem Anschein nach dann doch etwas günstiger kommen."
Diese 50.000 Euro sind wohl der Gipfel - doch mit Autolenkern, die "Organstrafverfügungen" in der Höhe von 21,80 gleichsam sammeln, ist die Grazer Behörde laufend konfrontiert. "Das geht regelmäßig auch in höhere Bereiche. Von den vielen Betroffenen, die zwischen 2000 bis 3000 Euro schuldig sind, reden wir schon gar nicht mehr. Das ist quasi schon eine Lappalie", nickt Pobatschnig.
Tatsächlich machten in der jüngsten Vergangenheit einige Falschparker Schlagzeilen: etwa jene Landesbedienstete, die im Jahr 2008 rund 25.000 Euro an Strafen angesammelt hatte. Sie zahlt diese Summe mittlerweile in Raten zurück. Und 2009 wurde der Fall eines Studenten bekannt, der lange Zeit immerhin 170 Organmandate ignorierte.
In den überwiegenden Fällen kommt die Stadt übrigens letztlich zu ihrem Geld - einige wenige sitzen aber die "Ersatzfreiheitsstrafe" ab.
Features
STRAFGELDER
Im Vorjahr wurden 13,2 Millionen Euro über Parkgebühren eingenommen, zusätzlich kamen 4,7 Millionen über Strafgelder herein. Damit sind die Einnahmen im Vergleich zum Jahr 2008 um 500.000 Euro gestiegen.
162.000 Organmandate wurden im Vorjahr in der Blauen und in der Grünen Zone ausgestellt.
7000 Mal erging die Aufforderung zum Ersatzarrest, nach dieser Drohung blieben exakt 294 Fälle übrig. Letztlich haben rund 50 Personen ihre Strafe abgesessen - zum Teil für mehrere Einzelfälle.
Fakten
7000 Mal erging die Aufforderung zum Ersatzarrest, nach dieser Drohung blieben exakt 294 Fälle übrig. Letztlich haben rund 50 Personen ihre Strafe abgesessen - zum Teil für mehrere Einzelfälle.
















