Auf szenischer Sparschiene gewann die Musik an Opulenz
Beethovens "Fidelio" überzeugte mit illustrer, von Kurt Rydl angeführter Sängerriege im Kammersaal.
GRAZ. Weitum einhellige Zustimmung aus den Reihen des zahlreich in den Grazer Kammersaal geströmten Publikums: Alois J. Hochstrasser führte in einer halb, besser gesagt viertelszenischen Version Ludwig van Beethovens einzige Oper im Grazer Kammersaal auf.
Nur vom vorzüglichen Sprecher Frank Hoffmann unterbrochen, der in mehreren immer zum musikalischen Geschehen passenden Tranchen "Rocco erinnert sich" von Walter Jens las, sorgte Hochstrasser mit einem ausgezeichneten Solistenensemble und der weitestgehend überzeugend aufspielenden Pannonischen Philharmonie für eine in vielen Facetten beeindruckende Wiedergabe, zu der auch die seit Gustav Mahlers Zeiten vor dem Finale immer wieder gern eingefügte "Dritte Leonoren-Ouvertüre" zählte. Die Idee, anstelle der antiquiert wirkenden Rezitative den genannten Text einzufügen, überzeugte genauso wie der (endlich!) vom Firlefanz einer unpassenden "Regie" befreite Handlungsverlauf, der durch Kurt Rydls Anweisungen ja angedeutet wurde. Und: Durch die szenische Askese und die damit verbundene symphonische Aufwertung wurde alles nur noch deutlicher.
Neben dem "alten Haudegen" Kurt Rydl (Rocco) sang die sich immer mehr zur Hochdramatischen wandelnde Sopranistin Tünde Szabóki, der 62jährige András Molnár bewältigte mühelos alle Hochtöne. Der Concertchor (zusammen mit dem Concert-Jugendchor im Finale) bewährte sich auch in der Oper.














