Tempo 30: Bilanz mit Bremsspuren
Tempo 30: Seit August haben zwei Magistratsbeamte 1200 Autolenker erfasst, die zu schnell waren. Aber: Große Disziplin rund um Schulen.

Foto © ScheriauTempokontrolle: In den 30er-Zonen der Stadt legen sich zwei Magistratsbeamte auf die Lauer
Was tun, wenn gutes Zureden und Info-Kampagnen buchstäblich unter die Räder kommen? "Kontrolle ist die beste Bremse", meinte Lisa Rücker (Grüne) im August, als sie den Neustart der privaten Radarüberwachung verkündete.
Knapp zwei Monate später unterstreicht dies die Grazer Verkehrsreferentin und legt der Kleinen Zeitung eine erste Bilanz vor: Demnach haben jene zwei Magistratsbeamte, die sich in Diensten der Polizei in den 30er-Zonen auf die Lauer legen, mehr als 1200 Tempoübertretungen erfasst. Genug also, um in den nächsten Monaten die Kontrolle zu forcieren.
Zugleich hebt Rücker den Zeigefinger und erklärt, warum es aus ihrer Sicht nicht noch mehr Raser gegeben hat: weil die Schwerpunktaktion rund um Grazer Schulen eine - überraschend - große Disziplin der Autolenker zutage gefördert habe. Das Wissen, dass streng kontrolliert wird, habe eben offenbar als Bremse gewirkt.
Im Herbst 2008 wurde ja die private Radarüberwachung aus Datenschutzgründen eingestellt. Vorerst. Denn im Sommer ließ Rücker ein "wasserdichtes" Grazer Modell vom Stapel: Zwei vom Magistrat der Polizei beigestellte Mitarbeiter machen in Tempo-30-Zonen Jagd auf Raser. Von Montag bis Freitag, bei Bedarf auch am Wochenende.
Das Ergebnis: Zwischen Anfang August und Ende September wurden 22.238 Autos erfasst, 1272 waren zu schnell unterwegs. Letztere wurden umgehend der Polizei gemeldet. Für den negativen Höhepunkt sorgte jener Lenker, der mit 85 km/h durch die 30er-Zone raste - ein "Führerscheinentzugsverfahren" läuft.
Rücker schließt daraus, "dass sich diese Tempokontrolle bewährt, vor allem als Präventivmaßnahme. Und als solche werden wir sie auch in den nächsten Monaten, die witterungsbedingt für gefährliche Momente prädestiniert sind, forcieren."
















