Karikatur mit Cembalo
"Klangwege" in der List-Halle: von "klassischem" Streichquartett bis zum Musikbasar.

Foto © ORFKomponist Matthias Kranebitter
Im Zentrum des "musikprotokoll"-Finales in der List-Halle stand das von Peter Ablinger betreute Projekt "Klangwege", in dem neun junge Künstlerinnen und Künstler ihre Werke vorstellten. Die klassische Konzertsituation, die drei von ihnen dabei bevorzugten, fand mehr Aufmerksamkeit als die übrigen Beiträge, die in einer Art Basar im Foyer unvorteilhaft teils gleichzeitig abliefen.
António Breitenfeld de Sá Dantas aus Portugal präsentierte sein Joseph Haydn zugeschriebenes Streichquartett, Matthias Kranebitter ein eigenes Cembalokonzert, das unter Edo Micic vom Ensemble für Neue Musik der Grazer Kunstuniversität ohne Cembalisten aufgeführt wurde; der unspielbar "virtuose" Solopart hätte ohne elektronische Ausführung jedes Cembalo binnen Minuten zum Kollaps geführt. Der dürre zweite Satz karikierte treffend einen ausgeuferten Punktualismus.
Außerhalb der "Klangwege" spielte Martin Brandlmayr ein Schlagzeug solo. Die faszinierende Folge seiner präzisen Einzelimpulse schien von serieller Festlegung auszugehen.

















