"Lieber sitzen wir im Kino als auf der Stiege"
Zwei Uni-Hörsäle sind nicht genug: Am Montag stand die erste BWL-Vorlesung auf dem Programm des Grazer Schubertkinos. Und bekam gute Kritiken.

Foto © KLZ/Jürgen FuchsVorlesung im Kino, im Vorjahr stand der Professor sogar vor den Studierenden, heuer nur mehr per Live-Übertragung
Es riecht nach Popcorn, die Sessel sind rot und weich und über der Tür prangt in weißen Lettern: Kino 1. Und doch steht im Grazer Schubertkino montags um 13.30 Uhr weder Blockbuster noch Independent Film auf dem Programm, statt dessen heißt der Star Professor Peter Teibenbacher und der Titel: Einführung in die BWL.
"Das is' ja super", sagt Fabienne, als sie kurz vor halb zwei den Kinosaal betritt. Sie hat kein Problem damit, dass sie heute im Kino- statt im Hörsaal sitzt: "Ich wohne gleich ums Eck und meine nächste Vorlesung ist auch hier."
Nur Powerpointfolien
1150 Studenten haben sich für die Einführungsvorlesung angemeldet - zu viel für die beiden Hörsäle, die an der Uni reserviert waren und 700 Studenten Platz bieten. Im voll besetzten Hörsaal G im Heizhaus beginnt der Professor seine Vorlesung, von dort wird live übertragen in Hörsaal H und eben auch in den Kinosaal. Zu sehen kriegen die Studenten ihren Vortragenden jedoch nicht, allein die Powerpointfolien werden über den kinoeigenen Beamer an die Leinwand projiziert. "Wir sitzen lieber im Kinosaal als auf der Stiege", ist auch die Einstellung von Barbara Polz und Tatjana Tucovic, die im dritten Semester BWL studieren und überfüllte Hörsäle zu gut kennen. "Letztes Jahr sind wir gar nicht bei der Tür hineingekommen", erzählen sie, warum sie die Vorlesung heuer noch einmal machen.
Nur gut 50 Studierende fanden den Weg in den Saal, in dem 400 Platz hätten, erfahrungsgemäß werden es noch weniger. "Wir mieten den Saal nur, solange wir ihn brauchen", sagt Daniela Preismer vom Dekanat der Sozialwissenschaften. Die nächsten drei Montage steht aber noch BWL auf dem Kinoprogramm.















