ÖH Graz fürchtet Eingriff in Pressefreiheit
Artikel einer Fakultätszeitschrift der Uni Graz nimmt den Feminismus aufs Korn. ÖH-Vorsitzender will Zeitschrift künftig vorab gegenlesen.

Foto © Erwin ScheriauCengiz Kulac, Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft, will künftig Veröffentlichungen absegnen
Eine kuriose Geschichte beschäftigt Studenten und Uni-Angehörige an der Universität Graz: Um eine satirische Geschichte zum Thema "What the hell is 'Gender'" in einer studentischen Fakultätszeitschrift hat sich ein Schlagabtausch zur Meinungsfreiheit entwickelt.
Offenbar stieß der Artikel dem mächtigen "Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen" sauer auf; man wollte vom ÖH-Vorsitzendem Cengiz Kulac eine Erklärung. Kulac eignete sich die Auffassung des Arbeitskreises an, der Artikel sei "sexistisch". In dem satirisch verfassten Text heißt es unter anderem, Frauen hätten "offensichtlich sehr viel Zeit zum Kritisieren", da sie "weder Grundwehrdienst noch Zivildienst leisten müssen". Kulac ließ die Fakultätsmitglieder in einem Rundschreiben wissen, dass "derartig sexistische, antifeministische und undifferenzierte Artikel" im Rahmen der ÖH-Arbeit "nicht legitim" seien. Aus diesem Grund wolle er die Zeitschriften künftig vor Drucklegung sehen und absegnen.
Die Fakultätsvertreter wittern nun einen "diktatorischen Eingriff in die Pressefreiheit". Der ÖH-Vorsitzende zensuriere Medien der von den Studierenden gewählten Mandatare. Kulac weist die Vorwürfe von sich: "Als ÖH-Vorsitzender, als der ich im Impressum stehe, bin ich rechtlich haftbar. Ich muss mich daher absichern und zumindest wissen, was in Hochschülerschaftspublikationen veröffentlicht wird." Er habe die Geschichte nur zum Anlass genommen, die Fakultäten daran zu erinnern. Inhaltlich aber wolle er sich auch künftig nicht einmischen. Er könne aber verlangen, dass ein Kasten dabeisteht, dass die Meinung des Autors nicht mit der ÖH übereinstimmen müsse.
















