Zweimal Wahlkampf im TV
In gleich zwei TV-Sendungen treten heute die steirischen Kandidaten an. Grosz wegen vieler Ämter in Zeitnot. 240 Journalisten bei der Wahl.

Foto © APAKogler löste das Verfahren gegen Kurzmann aus
Knapp vor der Landtagswahl sind die steirischen Spitzenpolitiker bei den Medien naturgemäß heiß begehrt. Mittwochabend um 21.55 werden sich die Spitzenkandidaten von KPÖ, FPÖ, BZÖ und den Grünen einer TV-Konfrontation auf ATV stellen. Allerdings werden im Studio in Wien zwei Plätze frei bleiben: Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) verzichteten auf einen Auftritt beim Privatsender. Sie duellieren sich wenige Stunden davor - um 18.30 Uhr - im ORF-Landesstudio (live auf ORF 2).
Grosz in Zeitnot
Seinen letzten größeren Auftritt als Wahlkämpfer hat BZÖ-Anführer Gerald Grosz schon am Dienstag auf dem Grazer Hauptplatz absolviert. Denn er ist in Zeitnot. Am Mittwoch muss er als Mandatar an der Sitzung des Nationalrates teilnehmen, Donnerstag folgt seine letzte Anwesenheit im Grazer Gemeinderat. Am Freitag, wenn die größeren Parteien die Abschlusskundgebungen haben, würde das kleine BZÖ gewissermaßen untergehen. Also marschierten am Dienstag BZÖ-Größen wie Bundesobmann Josef Bucher, die Oberösterreicherin Ursula Haubner und Peter Westenthaler auf, um Grosz noch einmal beizustehen.
Kurzmann wird ausgeliefert
Als Erfolg wertet es der Grüne Werner Kogler, dass der Nationalrat heute die Immunität - den Schutz vor Strafverfolgung - von FPÖ-Landesobmann Gerhard Kurzmann aufheben wird. Kogler hatte wegen des Moschee-Spiels auf der FPÖ-Homepage Strafanzeige gegen den blauen Spitzenkandidaten wegen des Verdachts der Verhetzung und der Herabwürdigung religiöser Lehren erhoben. Die Staatsanwaltschaft will Ermittlungen aufnehmen. Dazu muss Kurzmanns Immunität aufgehoben werden.
Großes Medieninteresse
Ein großes Medieninteresse besteht für die Landtagswahl am Sonntag. Rund 240 Medienvertreter und Mitarbeiter der Parteien haben sich bereits bei Ingeborg Farcher, Chefin des Landespressedienstes, akkreditiert. Besonders stark ist das Interesse von den Fernsehstationen. Allein vom ORF haben sich 50 bis 60 Mitarbeiter für den Wahlabend in der Grazer Burg angemeldet. Auch ATV wird ihr Nachrichtenstudio kurzerhand von Wien auf den Grazer Schloßberg verlegen. Neben den steirischen und nationalen werden auch internationale Medien wie Sat1 oder Pro7 vertreten sein. Sogar auf den Kanarischen Inseln wird der Radiosender ExpressFM von der steirischen Landtagswahl berichten.
Umfragen
Bei den bisher veröffentlichten Umfragen zur Wahl am Sonntag wurden für den Grazer Psychologen und Methodenforscher Paul Jimenez zu kleine Personenkreise befragt, um präzise Prognosen machen zu können. Auch die Wirkung von solchen Umfragen auf die Wähler sei wissenschaftlich umstritten, so Jimenez.













