Kristallklare Sensibilität und Verzicht auf dräuendes Pathos
Zum Saisonauftakt zelebrierte die Grazer Oper den 60. Geburtstag des Grazer Philharmonischen Orchesters.

Foto © FuchsJohannes Fritzsch: Flinke "Eroica"-Tempi
GRAZ. Mit einem klug und beziehungsreich zusammengestellten Programm feierte die Grazer Oper zur Eröffnung der neuen Spielzeit den 60. Geburtstag ihres künstlerischen Rückgrats, des Grazer Philharmonischen Orchesters. Ludwig van Beethovens dritte Symphonie ("Eroica") war schon im allerersten Konzert des durch eine Fusionierung entstandenen neuen Klangkörpers am 4. September 1950 erklungen - und vertrat jetzt die Klassik. Mit dem romantischen Beitrag, dem Klavierkonzert von Robert Schumann, gratulierte man dem Komponisten zum 200. Geburtstag. Am Beginn stand ein modernes Stück: "Eso Es", komponiert 1989 von Gerd Kühr, dessen Turrini-Vertonung "Tod und Teufel" die Grazer Oper 1999 aus der Taufe gehoben hatte, nimmt schon im Titel explizit auf den Ton "es" Bezug und damit auf die Grundtonart der "Eroica".
Unter ihrem Chefdirigenten Johannes Fritzsch spielten die Grazer Philharmoniker Kührs Werk mit jener Behutsamkeit, die angesichts der Live-Übertragung in Radio Steiermark auch beim weiteren Programm die Risikobereitschaft minimierte.
Kristallklar, poetisch und sensibel den elegischen Momenten nachspürend, interpretierte Markus Schirmer den Solopart im Klavierkonzert Schumanns, dessen "Träumerei" ("Kinderszenen") er als Zugabe vortrug.
Dräuendes Pathos vermied Fritzsch in seiner betont schlanken, sich mit zügigen Tempi den Metronomangaben annähernden Darstellung der "Eroica". ERNST NAREDI-RAINER

















