Der erste Schritt ins Uni-Leben
Der Semesterbeginn ist für Tausende Studienanfänger der Start in einen neuen Lebensabschnitt. Wegbegleiter finden sie bei der Erstsemestrigen-Beratung. Ein Lokalaugenschein.

Foto © Scheriau/Sujet
Heuer sitzen sie unter einem richtigen Dach. "Das Zelt ist kaputt", erklärt der Studentenvertreter der Chemiker lapidar den Standortwechsel und das Fehlen der weißen Zeltplane, die in den letzten Jahren vor Semesterstart das Hauptgebäude der Grazer Karl-Franzens-Universität flankierte. Damals sind die Erstsemestrigen ihren Beratern direkt in die Arme gelaufen, heuer warten die rund 40 Berater im Hörsaal 1.14 auf wissbegierige Erstsemestrige, die an diesem verregneten Freitagvormittag nur tröpfchenweise eintrudeln.
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"Die Zahl der Studenten, die zur Beratung kommen, hängt davon ab, wie viele das Fach inskribieren", weiß Peter Gaube von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), der die Erstsemestrigen-Beratung koordiniert. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Jus-Experten Florian und Anna durchschnittlich 15 Jungstudenten pro Tag beraten, während Florian, der auf seinem Beratungskärtchen Latein und Griechisch stehen hat, eher spärlich besucht wird.
Zukunftsaussichten
Die typischen Fragen der Uni-Grünschnäbel kennt Gaube aus dreijähriger Erfahrung. Was kann ich nach dem Studium machen? Wie funktioniert die Anmeldung im Online-System? Und auch für grundlegende Dinge wie "Was ist eine Semesterstunde?" sind Antworten gefragt. Und bei Elisabeth von der Anglistik erkundigt man sich auch nach den "nettesten Vortragenden".
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Genauso wie die Erstsemestrigen nicht wissen, was sie im Studium erwartet, ist auch die Semester-Planung für Martin Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre, eine Reise ins Ungewisse. "Wir wissen bis zum Beginn der Vorlesungen im Oktober nicht, wie viele Studenten kommen", würde er sich eine Inskription schon im Sommer wünschen. Daher muss sich Polaschek bei der Planung von Räumen und Vorlesungsplätzen auf Erfahrungswerte verlassen. 3800 ordentliche Jungstudenten starteten im Herbst 2009 an der größten steirischen Uni - "ein Rekordjahr aufgrund der weggefallenen Studiengebühren", erklärt der Vizerektor.
An die 50 Studenten kommen täglich in die Erstsemestrigen-Beratung, wie viele danach auch den Weg in die Hörsäle finden, wird sich am 1. Oktober zeigen.
Features
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Isabella Schilcher (21), Murau:
Wenn ich im Herbst hoffentlich meinen Bachelor-Abschluss habe, möchte ich mich für den Masterstudiengang Religionswissenschaft einschreiben. Ich finde das Studium sehr interessant und hoffe, einen tieferen Einblick in verschiedene religiöse Strömungen zu bekommen. Bei der Beratung hier hole ich mir die Tipps für den Umstieg.
Tanja Schrei (18), Sebersdorf:
Ich habe schon vor langer Zeit entschieden, dass ich Psychologie studieren will. Es ist einfach ein interessantes Fach und ich habe im Rahmen meiner Matura auch schon eine Fachbereichsarbeit auf diesem Gebiet geschrieben. Den Aufnahmetest für das Studium habe ich zum Glück bestanden, er war aber auch nicht allzu schwer - vorausgesetzt natürlich, man hat genug dafür gelernt.
Jonas Saqrid (18), Graz:
Ich habe schon in Physik maturiert, weil mich die Naturwissenschaften einfach sehr interessieren. Am 6. Oktober kann ich mich dann endgültig für das Physikstudium inskribieren. Meine Vorfreude aufs Studieren hält sich aber noch in Grenzen, da ich nicht so gerne lerne.
Katharina Roschger (18), Graz:
Für mich war eigentlich schon immer klar, dass ich Lehrerin werden will. Vor dem Lehramt-Studium Mathematik und Englisch habe ich keine Angst. Ich hoffe nur, dass ich mich auf der Uni auch gut zurechtfinde, denn man fängt ja wieder von vorne an. In der Maturaklasse waren wir die Ältesten an der Schule, und jetzt gehöre ich wieder zu den Jüngsten - das ist schon eine Umstellung. Hier bei der Beratung hole ich mir Tipps für meinen Stundenplan.















