Grazer sehen rot
Gerade einmal eine Woche ist das "Laufband" um den Jakominiplatz aufgetragen. Doch der Ärger von Anrainern und Passanten über das "verschmutzte rote Viertel" ist groß.

Foto © KanizajAktionsschütten rollen sich schwer
Die vor einer Woche um den Jakominiplatz aufgetragene rote Laufbahn erregt immer mehr die Gemüter. Aber anders als sich das die "Erfinderinnen" der Aktion, VP-Stadträtin Sonja Grabner sowie Mirella Bärnthaler und Elisabeth Koller von "Creative Industries Styria" (CIS), vorgestellt haben. Bewohner, Geschäftstreibende und Passanten bewegt angesichts der raschen Verschmutzung des "roten Teppichs" jetzt vor allem die Frage: Wie ist der unvermutet raue Belag überhaupt zu reinigen und wie soll da in Bälde der Winterdienst funktionieren?
"Schon nach einer Woche ist der Belag unansehnlich mit Kaugummi, Tschickstummeln und Dreck übersät. Dazu ist der Belag so rau, dass man ihn kaum kehren kann", ärgert sich Daniela Schwarz von Holland Blumen. Und Silvia Fritz von Süßwaren Nowi gleich ums Eck klagt, dass die Räder der Aktionsschütten wegen der großen Belagsrillen kaum zu bewegen sind.
Viele fragen sich, so wie Andrea Schrott vom Carla-Laden in der jetzt auch roten Jakoministraße, ob man die 65.000 Euro für die Laufbahn, mit der das Viertel attraktiviert werden soll, nicht besser investieren hätte können.
Michael Wildling, Sprecher von Stadträtin Sonja Grabner, verteidigt die Aktion: "Es war klar, dass dieses Projekt polarisiert. Kaugummi auf rotem Belag ist besser zu sehen als auf grauem. Wenn die Verschmutzung ganz schlimm wird, muss man eben Sonderreinigungen vorsehen."
Mirella Bärnthaler von CIS betont, dass es sich bei dieser "roten Markierfarbe" um einen zertifizierten Belag für den öffentlichen Raum handle. Lediglich einen kleinen Mehraufwand an Reinigung bedürfe es, mit der Zeit schleife er sich ohnehin ab (siehe Interview links).
Der Winterdienst auf diesen roten Straßen durch die Wirtschaftsbetriebe sei vereinbart, so Nicole Kuss, Sprecherin der Grünen-Verkehrsreferentin Lisa Rücker. "Für Folgekosten einer eventuellen Sanierung oder Erneuerung des Belags sind aber die CIS und Grabner verantwortlich."

















