Gedenktafel für Opfer im Interniertenlager Graz-Thalerhof
Die Tafel für die 1.767 Opfer des Ersten Weltkriegs, die im Interniertenlager Graz-Thalerhof zwischen 1914 und 1917 ihr Leben ließen, soll im Dezember vom Grazer Kulturamt enthüllt werden.

Foto © APASujet
Eine Gedenktafel für hunderte Opfer des Interniertenlagers Graz-Thalerhof in den Jahren 1914 bis 1917 soll am 9. Dezember, einen Tag vor dem internationalen Tag der Menschenrechte, am Flughafen in Feldkirchen bei Graz enthüllt werden. Kulturstadtrat Karl Heinz Herper (S) erklärte im Gespräch mit der Kleinen Zeitung DIGITAL, dass es ein "Zeichen von Erinnerungskultur" sein soll.
Grazer Stadtschreiber Honcar recherchierte
Auf der modern gestalteten Gedenktafel, an der zukünftig alle Passagiere des Flughafens vorbeigehen sollen, werde ein Gedicht von Nazar Honcar (Ukraine, 1964 - 2009) stehen, so Herper. Dieser war 2007/2008 Grazer Stadtschreiber und hat während seiner Zeit in der steirischen Landeshauptstadt herausgefunden, dass sein Urgroßvater, ein Grundbesitzer aus der ostgalizischen Stadt Jaroslaw, am 2. Jänner 1915 im Alter von 54 Jahren im Lager Thalerhof an Typhus gestorben ist: Laut Herper die Initialzündung für Historiker, am Flughafen zu forschen.
Die Zusage für die Erinnerungsstätte vom Flughafen-Direktor Gerhard Widmann habe Herper bereits, die Vorarbeit für die Gedenktafel, die allen Opfern des Ersten Weltkriegs, die in Thalerhof ihr Leben ließen, gewidmet sein wird, übernahm das Kulturamt der Stadt Graz.
In dem Interniertenlager wurden zwischen 1914 und 1917 mehrere tausend Zivilisten - genaue Zahlen seine laut Forscher wegen einer "hohen Fluktuation" nicht auszumachen - aus der Bukowina und Galizien, die man der "Russophilie" verdächtigte, bis zu ihren Gerichtsverhandlungen festgehalten. Schlechte sanitäre Einrichtungen und Platzmangel führten bald zu Epidemien, die hunderte Todesopfer forderten.
Erst wurden die Leichen am Gelände des Flughafens in sogenannten Notgräbern bestattet. Im Jahr 1936 wurden die Überreste wegen der Ausbauarbeiten des Flughafens exhumiert und in einem Karner am Friedhof in Feldkirchen bestattet. Beim Vergleich der Todeslisten, der Grabnummern und der Exhumierungsdaten zeigte sich, dass alle bekannten 1.767 Verstorbenen umgebettet worden waren.
















