"Luftschloss-Prozess": Interessanter Zeuge einvernommen
Betrugsprozess gegen Grazer Geschäftsmann, der wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs rund um große Projekte im Nahen Osten vor Gericht steht, ging am Mittwoch weiter - mit einem interessanten Zeugen.

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"Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt." Richter Karl Buchgraber begrüßt den Zeugen literarisch: Friedrich von Schiller, Wallenstein. Zwanzig Minuten hat der Primar und Geschäftsführer einiger Sanatorien und Pflegeeinrichtungen auf sich warten lassen.
Doch wo Schiller fortfahren würde "Der weite Weg entschuldigt Euer Säumen", klingt es im Gerichtssaal weit prosaischer: "Das geht nicht", stellt der Richter klar. "Das ist menschlich", meint der Zeuge. "Das finde ich nicht. Zumindest müsste man sich entschuldigen." - "Es tut mir leid."
Auch für die Staatsanwaltschaft ist der Zeuge irgendwie ein Ärgernis. Zwar hat er in nie realisierte Projekte investiert und bei den Kurdistan-Geschäften des wegen schweren Betrugs angeklagten Heinz-Peter P. einiges verloren - aber: Geschädigt will er sich partout nicht fühlen.
Gut, ja, "es wurde kein einziges Projekt endabgeschlossen". Weder ein Krankenhaus oder Sanatorium, noch ein Flughafen. Aber so scheint das in "kritischen, aber dynamischen Bereichen" eben zu sein.
Investorenpech
Übrigens sagt der Zeuge, bevor er endlich wieder geht, dass er "weder nötigbar, noch erpressbar" ist. Sprich: Er unterstützt zwar die Familie des Angeklagten, aber nicht, weil der was gegen ihn in der Hand habe. Und er zahlt auch nicht dessen Verteidiger.
Lange muss ein Steuerberater warten, der vom Angeklagten oder einer seiner Firmen noch 3900 Euro zu bekommen hat. Als er sich an ein Detail nicht erinnert, entschuldigt er sich: "Wir haben Tausende Kunden." - "Aber wir verhandeln nur einen Betrug", sagt Verteidiger Gerald Ruhri. "Na, na, das ist nicht richtig", schaltet sich Staatsanwalt Heinrich Bubna-Litic ein: "Elf!" Für Unterhaltung ist also gesorgt.
















