Grazer Häftling floh nach einem Tag in Nervenklinik
25-Jähriger reiste am Mittwoch mit dem Zug nach Bad Gastein, wo er sich am Buffet eines Hotels bedienen wollte. Erst am Tag zuvor war er in die Sigmund-Freud-Klinik eingewiesen worden.

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Die Chefin eines Vitalhotels in Bad Gastein entdeckte am Mittwoch gegen neun Uhr einen 25-Jährigen, der in Sandalen, Pyjamahose und T-Shirt am Gang nahe dem Frühstücksraum saß. "Was machen Sie hier", fragte die Managerin. Er habe gerade eingecheckt, erwiderte der Unbekannte. "Das kann nicht sein", betonte die Chefin des Hauses, "dann wären Sie bei mir an der Rezeption gewesen." Sofort rief die Salzburgerin die Polizei - sie vermutete einen Einschleichdieb. Unter dem Verdacht wurde der 25-Jährige auch abgeführt.
Zellengenossen
Bei Buttersemmel und Kaffee auf der Polizeiinspektion Bad Gastein sollte die Geschichte aber eine Wendung bekommen. Denn beim Festgenommenen handelte es sich um einen Häftling, der erst am Dienstag vom Gericht in die Sigmund-Freud-Klinik eingewiesen worden war, weil er einen Zellengenossen in der Justizanstalt Graz-Jakomini gebissen hatte - wir berichteten. Der psychisch Kranke hatte einen günstigen Moment abgewartet. Als ein neuer "Mitbewohner" in die Nervenklinik gebracht wurde, konnte der 25-Jährige aus einer kurz offen stehenden Tür flüchten. "In Pyjamahose, Sandalen und einem Leibchen ist er durch Graz spaziert", schildert ein Bad Gasteiner Polizist.
Ohne einen Fahrschein zu lösen, stieg der Flüchtige schließlich in einen Zug und fuhr über Klagenfurt bis ins Salzburgerland. Dabei hatte er Glück, einen Fahrschein musste er nie vorweisen. "In Bad Gastein ist er ausgestiegen, weil er hungrig war und wusste, dort gibt es Hotels. Seine Großeltern sind dort nämlich auch schon auf Urlaub gewesen", so der Polizist. Lang dauerte es aber nicht, bis der 25-Jährige von der Hotelchefin entdeckt wurde. Auf der anschließenden Fahrt im Polizeiwagen nach Graz musste der Häftling bei einem Rastplatz in Kärnten auf die Toilette. Die Handschellen wollte er sich dafür abnehmen lassen. "Den Gefallen haben wir ihm nicht getan. Wir wurden ja vorgewarnt, dass er beißwütig ist", so der Polizist. Nun soll er in eine Wiener Nervenheilanstalt gebracht werden.



















