Weitere Grazer Traditionsbäckerei insolvent
Kotzbeck-Loh will nun ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung durchführen. Bereits im Sommer war die Bäckerei Eberle in den Konkurs geschlittert.

Foto © APABäckerei insovlvent
Im Jahre 1910 wurde das Unternehmen von Anna und Johann Kotzbeck gegründet - genau 100 Jahre später muss man einen schweren Gang antreten: Die Grazer Traditionsbäckerei Kotzbeck-Loh, in vierter Generation von Gregor Loh geführt, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Man betont, dass der Betrieb aufrechterhalten werden soll.
Wie Creditreform und Alpenländischer Kreditorenverband gestern mitteilten, liegt eine Überschuldung von rund 304.000 Euro vor. Gegenüber der Kleinen Zeitung verweist Rechtsanwalt Georg Dieter im Namen des Unternehmens vor allem auf ein "extrem ruinöses Preisdiktat der großen Handelsketten". So sei Kotzbeck-Loh vertraglich verpflichtet, "jeden Tag bis 17.45 Uhr das volle Sortiment für die Filialen der Handelsketten bereitzuhalten und auch zu liefern" und nach Ladenschluss "noch nicht verkaufte Waren zurückzunehmen". Steigende Lohnkosten, teurere Zutaten "und ein Verdrängungswettbewerb in der Branche" seien hinzugekommen.
Daher habe man nun einen Antrag "auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung" gestellt - um das Unternehmen und die Mehrzahl der Arbeitsplätze zu erhalten. Dazu wolle man Restrukturierungsmaßnahmen einleiten und die Backware künftig "vornehmlich an Endverbraucher" liefern.
Darüber hinaus wurde bereits die Liegenschaft in der Waltendorfer Hauptstraße an eine Baugenossenschaft verkauft, die Bäckerei-Zentrale wird in rund drei Jahren in den Neubau integriert.















