Erhöhter (Wasser-)Druck
Energie Steiermark erwartet von Mitarbeitern je 20 Unterschriften pro Murkraftwerk Graz und setzt E-Bike als Prämie aus. Die Gegner toben.

Foto © Marija KanizajUnterschriften-Sammler: Energie Steiermark will die Kraftwerksgegner nun mit deren Waffen schlagen
Das Murkraftwerk Graz ist eines der größten Investitionsprojekte unseres Konzerns im Bereich erneuerbare Energie", wirbt der Chef der Kommunikation in der Energie Steiermark, Urs Harnik-Lauris, in einer E-Mail an die rund 1800 Mitarbeiter für das Projekt. Dass er darin die Belegschaft zur Pro-Unterschriften-Sammlung für die Staustufe Puntigam aufruft, sorgt nun für Aufregung. Für die eifrigsten Sammler im Haus lobt der Stromriese gar Preise aus. Der Haupttreffer: ein E-Bike, aber auch für Heißluftballon-fahrten sammeln Mitarbeiter.
Kraftwerksgegner empört
Weniger gut kommt dieser Satz in der Mail an: "Im Sinne Ihrer starken Verbundenheit mit dem Unternehmen hoffen wir zumindest auf 20 Unterschriften pro MitarbeiterIn." Mancher fühlt sich unter Druck gesetzt, zur Aktion genötigt. Kraftwerksgegner, wie Grünen-Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner, sind empört. "Es ist bedenklich, dass die Energie Steiermark Mitarbeiter für politische Zwecke missbraucht. Es wird zu allen Mitteln gegriffen, um eine hohe Zustimmung vorzugaukeln."
Estag-Sprecher Harnik-Lauris versteht die Aufregung nicht: "Die Gegner sind irritiert, weil wir ihre Mittel einsetzen." Diese haben 14.000 Unterschriften gegen die Staustufe gesammelt, viele davon seien aber anonym: "Wir wollen nur veranschaulichen, dass - wie unsere Umfrage belegt - 85 Prozent der Grazer pro Kraftwerk sind." Die Unterschriftensammlung werde man deshalb auch in ganz Graz durchführen, so Harnik-Lauris: "Man kann sich auf unserer Homepage schon für das Kraftwerk mit geplantem Baubeginn 2015 starkmachen."
















