"Monetarisierbares" im Mittelpunkt der Joanneum Research
Die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research verfolgt eine neue Strategie. Sie ist auf die Wirtschaft ausgerichtet und muss für einen Euro Basisfinanzierung vom Land 1,33 Euro Wirtschaftsaufträge erzielen.

Foto © Erwin ScheriauJoanneum Research nimmt neue Strategie in Angriff
Mit einer verdichteten Organisationsstruktur nimmt die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research eine neue Strategie in Angriff. "Wir erforschen Dinge, die monetarisierbar sind", so Geschäftsführer Bernhard Pelzl am Freitag bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche. "Bei Joanneum Research wird das erstmals total beim Wort genommen." Die Arbeit der Gesellschaft werde daran gemessen, wie sie sich in der Wirtschaft niederschlage, wie Arbeitsplätze und Geldwert geschaffen werden.
Ursprünglich als Unterstützung für die Unis gedacht, sei die Ausrichtung auf die Wirtschaft natürlich schon bisher gegeben gewesen, ergänzte Co-Geschäftsführer Edmund Müller. Künftig müsse man aber nach einer Vorgabe des Landes für einen Euro Basisfinanzierung vom Land 1,33 Euro Wirtschaftsaufträge erzielen. Bis dorthin habe man noch einen Weg vor sich.
Zweitgrößte außeruniversitäre Forschungseinrichtung
Die Joanneum Research GmbH steht im überwiegenden Eigentum des Landes Steiermark, zehn Prozent hält die Niederländische Organisation für angewandte Forschung TNO. In der zweitgrößten außeruniversitären Forschungseinrichtung Österreichs mit einem jährlichen Budget von 43 Mio. Euro und 25 Forschungsgruppen sind derzeit 431 Mitarbeiter tätig.
Die Neuausrichtung sei Ergebnis eines langen Strategieprozesses gewesen und nicht erfolgt, weil man Probleme gehabt habe, so Aufsichtsrats-Chef Wolf Rauch. "Aber wir können nicht stehenbleiben, sondern müssen die Strukturen anpassen, solange es uns gut geht."
Neue Struktur
Seit 1. Juli hat Joanneum Research eine neue Struktur: Die zuletzt 13 Institute wurden zu fünf Schwerpunkten zusammengefasst, in denen jeweils ein Direktor die strategische Konzeption und Ausrichtung der gesamten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten steuern soll. Das sind der Schwerpunkt "Materials" am Institut für Oberflächentechnologien und Photonik (Paul Hartmann), der Schwerpunkt "Health" am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften (Thomas Pieber), der Forschungsfokus "Digital" am Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien (Werner Haas), der Schwerpunkt "Ressources" am Institut für Wasser, Energie und Nachhaltigkeit (Otto Nowak) und der Schwerpunkt "Policies" am Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung (Wolfgang Polt).
Als zentrales neues Forschungsgebiet nannte Pelzl die Abwassertechnologie, vor allem durch das Engagement von Nowak. Außerdem arbeite man gerade unter anderem an der Entwicklung des Bereichs "Future of Cities".

















