Die Offenheit des Raums
Die Klausuren der StyrianARTfoundation haben bereits Tradition. Die sechste Ausgabe mit neun Künstlerinnen und Künstlern ging nun zu Ende.
Sie ist gelaufen: die 6. Klausur der StyrianARTfoundation in Stift Rein. Drei Wochen lang konnten acht steirische Künstlerinnen und Künstler ihrer Kreativität unter dem nicht einengenden Motto "Lebensraum" freien Lauf lassen. Nicht minder kreativ begleitet von Edith Temmel. Sie initiierte das Unternehmen, finanziell unterstützt von Hypo Steiermark, der Firma Saubermacher und den gastfreundlichen Zisterziensern vor Ort, als Weiterführung der von Josef Fink organisierten legendären Künstlertreffen. Diese fanden ab 1982 unter dem Titel "Meditation" statt, bis zum Tod des Priester-Künstlers und Minoriten-Rektors 1999.
Tradition in Rein hat die Mischung der Generationen und die Offenheit für unterschiedlichste Methoden der Kunstproduktion. Tradition haben die intensiven Diskussionen der Teilnehmer miteinander. Traditionen ganz im Sinn von Fink also.
Der poetische Realismus eines Franz Dampfhofer entfaltet sich neben Sarah Bildsteins konzeptuellen Arbeiten mit "armen" Materialien. Die farbstarken Tableaus von Walli Fellner sind Kontrastprogramm zu fotografischen Experimenten von Andreas Vormayr. Josef Niederls an Lore und Luis Sammer geschulte, manchmal an Gerald Brettschuhs Menschenbilder erinnernde Blätter sind einer gänzlich anderen Art der "Lebensraum"-Erfassung und -Beschreibung zuzuordnen als Ros-witha Weingrills eigenwillige Zeichen-Konstrukte.
Walter Gerhold, der unlängst in einer Grazer Personale mit großformatigen Schwarzweiß-Grafiken beeindruckte, rückt den "Lebensraum" der Stiftskirche malerisch ins Bild. Malerisch geht auch Inge Pock ans Werk, auch sie befasst sich mit sakraler Architektur, setzt sie in kraftvoll-gestische Zeichen um.
Klausur-Motor Edith Temmel schließlich schuf in ihrem unverkennbaren Stil Bilder, auf welchen sich Figuren und Kalligrafisches zu gleichermaßen luftigen wie dichten formalen Geweben überlagern.

















