Schwammerlsammler kommen bald auf ihre Kosten
Die Trockenheit machte heuer auch Schwammerl & Co. zu schaffen. Und damit den Sammlern, die langsam aber auf ihre Kosten kommen. Nicht nur auf dem Markt.

Foto © AP/SujetDoch Vorsicht: Das Forstgesetz erlaubt zwei Kilo Pilze oder Beeren pro Tag und Sammler - und nicht einmal das, wenn der Waldbesitzer das Sammeln ausdrücklich verbietet
Nicht, dass es keine Schwammerln gäbe. Im Supermarkt ums Eck liegen noch immer litauische - zehn Deka um 1,49 Euro -, auf dem Markt sind sie heimischer, dafür muss man auch tiefer ins Taschl greifen. 18 Euro fürs Kilo Eierschwammerln am Eggenberger Markt in Graz etwa, 28 Euro für die Pilze.
Keine Frage, selber pflücken kommt billiger. Allerdings fragte sich so mancher passionierte Schwammerlsucher in den vergangenen Wochen verzweifelt - wo? Während im Vorjahr schon im Juli über Schwammerl gejubelt wurde, "die wachsen wie schon lange nicht mehr", sah die Situation heuer vielerorts trister aus.
Daten & Fakten
Was wir landläufig als Pilze bezeichnen, sind lediglich Fruchtkörper der sogenannten Großpilze, die vom eigentlichen Pilzorganismus, dem Myzel gebildet werden.
Pilze dienen nicht nur Mensch und Tier als Nahrung. Pilze erfüllen im Haushalt der Natur auch eine wichtige Rolle als unverzichtbare Zersetzer. Wälder müssten ohne sie an ihrer eigenen Biomasse ersticken.
Bei uns können an die 100 Pilzarten in der Küche verwendet werden. Auskennen sollte man sich dafür allerdings.
"Das liegt in der Natur der Sache", konstatiert Pilzexperte Harald Kahr trocken - so trocken, wie sich in der ersten Sommerhälfte oft auch der Boden präsentierte. "Wenn es, wie es jetzt war, lange Zeit hindurch nicht regnet, nicht feucht genug ist", dann habe das eben auch Konsequenzen für die Schwammerlsuche. "Unsere Speisepilze sind ja Lebensgemeinschaftspartner mit Bäumen, deshalb suche ich ja den Steinpilz bei der Fichte und den Birkenpilz bei der Birke" - und die Frage sei halt immer auch, wie viel Feuchtigkeit der Baum im Winter und im Frühjahr bekommen habe.
Schwammerl- Erdäpfel-Gröstel
Zutaten (für vier Personen):
1 kg kleine Erdäpfel
3/4 kg Eierschwammerln
3 Knoblauchzehen
1 milde Zwiebel
Olivenöl
1 B. Petersilie Zubereitung: Die Erdäpfel in Salzwasser weich kochen. Schälen und vierteln.
Die Schwammerln putzen, wenn nötig grob hacken. Den Knoblauch fein hacken. Die Zwiebel klein würfeln.
Olivenöl erhitzen. Erdäpfel darin anrösten. Sobald die Erdäpfel goldbraun sind, den Knoblauch dazugeben und kurz mitrösten. Salzen und pfeffern.
In einer zweiten Pfanne ebenfalls etwas Öl erhitzen. Die Zwiebeln andünsten. Die Schwammerln dazugeben und bei starker Hitze anrösten. Salzen und pfeffern. Die Erdäpfel untermengen. Gut durchrühren. Petersilie fein hacken und darüberstreuen.
Grünen Salat dazu servieren.
Jetzt schön langsam kommen Schwammerlsucher aber auf ihre Kosten. Wobei der Fachmann für eine bunte Mischung im Korb plädiert: Bei uns, rechnet Kahr vor, könne man "leicht bis zu 100 Pilzarten finden, die man für die Küche gut verwenden kann".
Wobei nicht alles mitgenommen werden darf, was einem unters Pilzmesser kommt: Das Forstgesetz erlaubt zwei Kilo Pilze oder Beeren pro Tag und Sammler - und nicht einmal das, wenn der Waldbesitzer das Sammeln ausdrücklich verbietet.
Strenges Forstgesetz
"In Kärnten sind über 5000 Pilzarten bekannt", weiß Janach. Aber nur wenige davon sind Speisepilze: "40 Arten sind leicht zu erkennen und schmecken auch noch gut." Wobei nicht alles mitgenommen werden darf, was einem unters Pilzmesser kommt: Das Forstgesetz erlaubt zwei Kilogramm Pilze oder Beeren pro Tag und Sammler - und nicht einmal das, wenn der Waldbesitzer das Schwammerlklauben ausdrücklich verbietet. "Denn die Pilze gehören dem Waldbesitzer und dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden", weiß Josef Gangl, Leiter der "Soko Schwammerl" bei der Kärntner Bergwacht. Außerdem dürfen Pilze nur zwischen dem 15. Juni und 30. September von 7 bis 18 Uhr geklaubt werden.
Kärntner Verhältnisse, wo vor allem (aber nicht nur) die Italiener einfallen und ganze Wälder plündern, gebe es bei uns noch nicht, weiß Heinz Pretterhofer von der Steiermärkischen Berg- und Naturwacht, ein Auge auf allzu gierige Sammler hat man aber auch hier. Wobei's übrigens selbst in Kärnten heuer noch etwas ruhiger zugeht: "Wir waren zwar schon draußen, aber nicht in der Menge wie voriges Jahr", heißt's bei der dortigen Bergwacht - allein an einem einzigen Samstag waren ja vorigen September bei einer Aktion scharf der "Soko Schwammerl" 211 Kilo Pilze beschlagnahmt worden. Einer der Diebe aus Italien hatte 47 Kilo im Auto versteckt!
Bei uns kann der Pilzraub bis zu 150 Euro Strafe kosten.
Features
Interview
Fakten
Den Parasol findet man an lichten Stellen im Wald und an Waldrändern. Er gilt als einer der größten Schirmpilze, sein zartes Fleisch duftet nach Nuss.
Zu finden in Laub- und Nadelwäldern, wächst das Eierschwammerl gern zwischen Heidelbeeren, an moosigen und grasigen Stellen. In Europa weit verbreitet.
Der Stein- oder Herrenpilz ist ein besonders beliebter Speisepilz. Er wächst bevorzugt bei Fichten, aber auch Kiefern, Eichen.

















