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Zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 um 13:26 UhrKommentare

Andritz übertrifft alle Prognosen

Grazer Anlagenbauer konnte Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppeln. Stand der Mitarbeiter übertrifft Niveau vor der Krise. Rekord beim Auftragseingang.

Andritz AG hat einen guten Auftragseingang

Foto © Andritz AG, Andreas Hofer, KKAndritz AG hat einen guten Auftragseingang

Der Grazer Anlagenbauer Andritz AG hat ein Halbjahr hinter sich das sogar die recht hoch gesteckten Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen hat. Der Umsatz ist mit 1,56 Milliarden zwar fast gleich geblieben, das Konzernergebnis hat sich mit einem Plus von 107 Prozent auf 67,3 Millionen Euro aber mehr als verdoppelt, das operative Ergebnis (Ebit) legte um 78,5 Prozent auf 92,8 Millionen Euro zu. Ob es in eben diesem Tempo heuer weitergeht, wollte Andritz-Chef Wolfgang Leitner am Montag gegenüber der Kleinen Zeitung nicht prognostizieren, er sei für das zweite Halbjahr "vorsichtig optimistisch", mit zwei könne man das jetzt erreichte Ergebnis aber nicht multiplizieren. Die "Volatilität der Märkte", erklärte Leitner, sei nicht zu unterschätzen, man könne beim besten Willen jetzt noch nicht behaupten, die Krise sei vorbei. Das sei auch die Meinung seiner Kunden die behaupten, "es läuft nicht schlecht, aber wir bleiben vorsichtig".

Rekord-Aufträge

Die Andritz AG kann im ersten Halbjahr nicht nur eine sehr erfreuliche Ergebnisentwicklung aufweisen, sie hat mit 2,3 Milliarden Euro auch einen Rekord-Auftragseingang zu verzeichnen. Asien und Südamerika machen dabei fast die Hälfte aus, die zweiten 50 Prozent entfallen auf Europa und Nordamerika. Gut hat sich auch der Mitarbeiterstand entwickelt, laut Leitner liegt die Andritz AG mit knapp 14.000 Beschäftigten jetzt schon wieder über dem Niveau vor dem Ausbruch der Krise.

Unternehmensmotor ist die vor vier Jahren von Siemens zugekaufte VA Tech Hydro. Im Bereich Erneuerbare Energie liege Wasserkraft "an vorderster Front", so Leitner. Dank einiger Großaufträge wie das türkische Wasserkraftwerk Ilisu kletterten die Auftragseingänge in diesem Bereich im 2. Quartal auf 758,6 nach 480 Millionen Euro im Vorjahr. Für das umstrittene Wasserkraftwerk Ilisu in der Osttürkei wird Andritz elektromechanische Ausrüstung im Volumen von rund 340 Millionen Euro liefern. Finanziert werde das Kraftwerkprojekt von der Türkei, die an dem Projekt auch nach dem Ausstieg der Exportversicherunger aus Österreich, Deutschland und der Schweiz festhielt.

Mitgeboten hat Andritz auch beim Staudammprojekt Belo Monte im brasilianischen Regenwald. Man habe aber bis jetzt noch keinen Auftrag erhalten, sagte Leitner am Montag. Es dürfte noch Monate dauern, bis die Entscheidung über den Bau des drittgrößten Stausees der Welt erfolgen werde.

Schwacher Stahlsektor

Erfreulich entwickelt hat sich auch der Bereich Pulp & Paper. In dieser Sparte sei mit weiteren Zuwächsen zu rechnen. Vor allem in China werden vermehrt Papierfabriken gebaut, sodass der Zellstoffbedarf ansteigen werde.

Weniger gut lief es im Halbjahr im Stahlbereich. Das Marktumfeld sei unverändert schwach, da die Investitionsprogramme bei den meisten Stahlproduzenten, vor allem in Europa und in Nordamerika, gekürzt wurden.


ANALYSTEN ÜBERTROFFEN

Der Anlagenbauer Andritz hat im ersten Halbjahr sämtliche Analystenprognosen übertroffen. Das Konzern-Ergebnis stieg um 107 Prozent, erwartet wurde ein Anstieg um 78 Prozent. Das operative Ergebnis legte um 78,5 Prozent zu, gegenüber prognostizierten plus 69,5 Prozent. Der Umsatz des Anlagenbauers schrumpfte heuer bis Juni nur um 0,8 Prozent auf 1,562 Milliarden Euro. Im Mittel hatten die Analysten hier einen Rückgang um 3,14 Prozent erwartet.

Der Auftragseingang wuchs im Halbjahr um 34,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, und der Auftragsstand legte im Jahresabstand um 21,6 Prozent auf 5,385 Milliarden Euro zu.

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