Notenbankspitze wird weiblich
Während in Wien die Polit-Debatte um Nationalbankpensionen regiert, stieg in Graz mit Claudia Macheiner eine Frau zur Top-Notenbankerin auf.

Foto © ScheriauClaudia Macheiner ist neue Notenbank-Direktorin im Süden
Vom Stammtisch bis zur hohen Politik: Kein Tag vergeht derzeit, an dem die Nationalbank und deren großzügige Pensionsregelungen für langjährige Mitarbeiter nicht im Zentrum hitziger Debatten stehen. Vorige Woche ging dann Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny in die Offensive: Der Vorstand habe mit dem Betriebsrat Verhandlungen aufgenommen, um auch in Altverträge eingreifen und so das Pensionsantrittsalter schrittweise anheben zu können. Vor allem auf die Dienstverträge, die vor 1993 abgeschlossen wurden (Mitarbeiter können nach 35 Dienstjahren mit 55 Jahren und 85 Prozent des Letztbezugs in Pension gehen), haben es die Finanzstaatssekretäre Reinhold Lopatka (ÖVP) und Andreas Schieder (SPÖ) abgesehen. Sie wollen notfalls sogar gesetzliche Wege suchen, um eingreifen zu können.
Einer, den das nicht mehr betrifft, ist Friedrich Fasching, der ab 2004 als Notenbank-Direktor die Zweigstelle Süd für Kärnten und Steiermark leitete. Der aus dem Burgenland stammende Banker verabschiedete sich im Sommer mit 58 Jahren in die Pension. Er blieb also drei Jahre länger und trägt bereits dazu bei, das OeNB-Pensionsalter anzuheben.
Seit Juli ist die Notenbankspitze im Süden Österreichs nun weiblich. Die Wienerin Claudia Macheiner übernahm Faschings Funktion und sorgt als österreichweit einzige weibliche Direktorin einer Zweigstelle dafür, dass auch nach dem Ausscheiden von Elisabeth Bleyleben-Koren bei der Erste Bank und Regina Prehofer bei der Bawag nun wieder eine Frau eine Spitzenposition einer Bank einnimmt.
Innerhalb der Nationalbank ist Macheiner schon lange keine Unbekannte mehr. Seit 1980 im Unternehmen, war sie in den vergangenen Jahren in der Abteilung Zahlungsverkehr federführend an der Umsetzung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums SEPA (Single Euro Payments Area) zuständig. Dessen Hauptvorteil: Überweisungen, auch in andere EU-Länder, müssen nach 2012 spätestens nach einem Arbeitstag auf dem Empfängerkonto angelangt sein.
In ihrer neuen Funktion hat sich die Neo-Steirerin zum Ziel gesetzt, "starkes Bindeglied zwischen regionaler Wirtschaft und der Wiener Zentrale zu sein" und "die Nationalbank noch näher an den Bürger zu bringen". Wie zum Beispiel in dieser Woche, in der Macheiner mit dem Euro-Bus durchs Land reist, in dem die Steirer täglich immerhin rund 500.000 Schilling gratis in Euro umwechseln.















