Qualitätsoffensive: Bekenntnis zur steirischen Küche
Ein Fest für steirische Gaststätten: 117 Betriebe werden am Montag beim "Kulinarium Steiermark" ausgezeichnet - Grund genug, tiefer in die Kochtöpfe zu blicken.

Foto © Land Steiermark
Käferbohnensalat auf einer italienischen Speisekarte? Undenkbar, Balsamico-Essig, Olivenöl und Meersalz stehen in steirischen Lokalen hingegen häufig auf den Tischen. "Wir haben gute Produkte in der Steiermark, was uns fehlt, ist das nötige Selbstbewusstsein", stellt Haubenkoch Willi Haider fest. Dabei könnte die Steiermark locker Paroli bieten - mit steirischem Raps-, Nuss-, Mohnöl und Salz etwa.
Speisekarten bestückt mit Risotto oder Carpaccio waren Haider in den letzten Monaten ein Dorn im Auge. Als Schirmherr der Initiative "Kulinarium Steiermark" brachte er 4000 Kilometer hinter sich. Seine Mission: 150 Gaststätten testen, die sich für diese kulinarische Auszeichnung beworben hatten.
Vor fünf Jahren war diese Qualitätsoffensive auf Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer ins Leben gerufen worden. Mittlerweile hat man die Kriterien verschärft: Jene 117 Wirte, die am Montag in Graz ausgezeichnet werden, müssen zu zwei Drittel steirische Gerichte auf den Teller bringen, Regionalität und Saisonalität vorausgesetzt. "80 Prozent der Gäste kommen ja nicht in die Steiermark, um Risotto oder Sushi zu essen", sagt Haider.
Das Produkt ist der Star
Vielmehr dreht sich letztendlich alles um die Qualität heimischer Produkte. Steirereck-Patron Heinz Reitbauer bringt es auf den Punkt: "Das Produkt ist der Star, nicht der Koch." Für Spitzenkoch Christoph Widakovich haben die heimischen Produkte das Zeug den bereits bestehenden Trend zur Regionalität in der Küche zu verstärken. Dass die Betriebe qualitativ nicht nachgelassen haben, ist für Widakovich das beste Argument dafür, dass die heimischen Gäste auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht ausgeblieben sind. "Die gute mittelständische Gastronomie hat die Krise am wenigsten mitbekommen." Und Reitbauer ergänzt: "Der Gast ist bereit, im Preis-Leistungsbereich für Qualität Geld auszugeben."
Was noch zu tun bleibt? "Das Bewusstsein für regionale Produkte zu fördern, das stärkt die Bauern und somit die Authentizität. Und nicht nachzulassen", betont Widakovich. "Wenn man gleichbleibende Qualität bringt, ist das in fünf Jahren zu wenig. Man muss sich weiterentwickeln, Gastronome wie Produzenten."
Features
Kommentar
Fakten
Kulinarium Steiermark. Streng steirisch. Wirte werden getestet. www.kulinariumsteiermark.at
Gute Steirische Gaststätte. Kriterienkatalog und Stichproben. www.gutesteirischegaststaette.at
Slow Food.www.slowfood-styria.com
Steirischer Dorfwirt. Kooperation von Gastwirten. www.dorfwirt.at
Genuss Region Österreich. 15 Genussregionen hat die Steiermark. www.genuss-region.at
Grüne Haube. Wird für Naturküche vergeben. www.styriavitalis.at


















