Zeit für wesentliche Dinge
Jugendliche aus ganz Österreich pilgern Mitte August nach Mariazell. Wir haben mit vier Steirern aus Graz, Krieglach, Pinggau und Leibnitz über ihre ganz persönliche Motivation gesprochen.
Gehen - meist über das Normalmaß hinaus. Ein einfaches Nachtlager statt des bequemen Bettes zu Hause. Und vor allem die Konfrontation mit dem eigenen Glauben. Jugendliche aus allen neun Bundesländern werden vom 13. bis 15. August nach Mariazell pilgern, um dabei . . . Ja, was?
"Für mich geht es darum, den Blick auf wesentliche Dinge zu lenken", meint Eva Stefanec. Die 23-Jährige ist seit sechs Jahren Jugendleiterin in ihrer Heimatpfarre Graz-St. Vinzenz. Im Alltag komme man immer wieder davon ab. "Außerdem freue ich mich, dass Jugendliche mitgehen, die den gleichen Hintergrund haben. Glaube ist ein Prozess, an dem man arbeiten muss."
Auszeit vom Alltag - das ist eine Erfahrung, die auch Wolfgang Glatzl aus Pinggau schon gemacht hat: "Die Gedanken können sich entfalten." Der 22-jährige Student ist bereits mehrmals nach Mariazell gegangen. Auch wenn die Überwindung manchmal groß war: "Einmal habe ich ziemliche Probleme mit meinen Beinen gehabt. Trotzdem bin ich weitergegangen." Pilgerweg und Lebensweg würden sich eben ähneln: "Manchmal geht man vorne, manchmal hinten. Es geht über Stock und Stein und über so manches Hindernis." Am Ende komme man aber voller Energie und mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl nach Hause.
Tausendfach zurück
Für Birgit Landner ist beim Pilgern das Kennenlernen von neuen Menschen besonders bereichernd. Vor zwei Jahren war sie beim Weltjugendtag in Sydney, nächstes Jahr wartet Madrid. Auch sonst hat die 24-Jährige als Firmgruppenleiterin viel Kontakt zu Jugendlichen: "Man gibt viel, kriegt aber das Tausendfache zurück." Vor allem Diskussionen seien oft sehr spannend. "Aber keiner will dabei den anderen bekehren", betont sie.
Ein Rahmenprogramm mit viel Sport, interessanten Workshops, spannenden Diskussionsrunden sind für Stefan Bogensberger eine ideale Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Der 26-Jährige denkt dabei auch an seinen Weg, der ihn nicht schnurstracks zur Kirche geführt hat. Erst ein persönlicher Schicksalsschlag machte ihn bewusst, was er am Glauben hat. Und auch einige Priester motivierten ihn dazu, sich zu engagieren, erzählt der Bürokaufmann heute. "Der Jugend einen Platz geben und die Möglichkeit, etwas zu verändern", lauten daher auch seine Anliegen, wenn es um den Weg der Kirche in das nächste Jahrzehnt geht.
















