Dutzende Helfer jagen entflohene Würgeschlange
Bei einer Fütterung griff die drei Meter lange Boa constrictor "Amanda" ihren Besitzer an. Als der Grazer die Wohnung verließ, flüchtete das Tier in die Freiheit.
Quelle © schlange_digi100726.jpg | Foto: KLZ Digital Experte: "Schlange sucht vermutlich Wärme"
Bewaffnet mit Wärmebildkameras, Schlangenhaken und Schutzhandschuhen durchforsten 70 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr die Christophorussiedlung in Liebenau. Immer wieder tauchen aufgeregte Anrainer wie Margit und Fritz Herrich auf: "Er kann ja so viele Schlangen halten, wie er will, aber dass ein Tier entkommen ist, ist Gemeingefährdung." Mehrere Nachbarn haben sofort ihre Katzen in Sicherheit gebracht, als sie die Meldung des entschlängelten Reptils ereilt hatte.
Fakten
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten Norden Südamerikas westlich der Anden, von Trinidad und Tobago bis hinunter in den Süden Brasiliens.
Die Grundfärbung ist sehr variabel und reicht von cremeweiß über hellgrau bis hin zu graubraun. Die bräunlichen Sattelflecken haben an den Flanken weiße Einschlüsse. Die Schwanzflecken sind häufig leuchtend rot. Der breite Kopf verjüngt sich stark zur Schnauze hin, die sich leicht nach oben wölbt. Von der Stirn bis zur Schnauze verläuft ein deutlicher Strich.
Die Vertreter der Königsboa gehören mit einer durchschnittlichen Größe von 240 bis 300 cm insgesamt zu den längsten Abgottschlangen.
"Der Vorfall war eine Verkettung unglücklicher Umstände", sagt Klaus Löschnig (52), dem die drei Meter lange Abgottschlange gehört. Am Sonntag gegen 14 Uhr fütterte er das Tier, das von seiner Tochter liebevoll "Amanda" genannt wird. Plötzlich biss die Schlange zu und verletzte den Zahnlaboranten an der rechten Hand, wovon noch Blutflecken rund um das Terrarium zeugen. "Dabei ist eine Scheibe des Terrariums zu Bruch gegangen. Ich dachte mir, dass die Schlange mit dem Hasen beschäftigt sei und sich nicht viel bewegen würde", so Löschnig, der danach für mehrere Stunden aus dem Haus ging.
Schlangenhalter im Interview
Der 52-Jährige sollte sich irren, denn die Schlange war in seiner Abwesenheit durch den vier Zentimeter breiten Spalt der gekippten Balkontür geflüchtet.
Feuerwehrmänner, Polizeibeamte und 18 Polizeischüler suchten am Montagvormittag nach dem vermissten Reptil, während die Kinder im nahe gelegenen Kindergarten aus Sicherheitsgründen nicht ins Freie durften. Trotz intensiver Suche konnte "Amanda" nicht gefunden werden. "Wir haben Büsche, Bäume, Mülltonnen und umliegende Äcker nach dem Tier abgesucht", sagt Willibald Thaller, Kommandant der Polizeiinspektion Liebenau. Vorerst wird die Suchaktion beendet, weil sich die Schlange versteckt, wenn zu viele Leute herumtrampeln. Im Zuge der Streifendienste der Polizei wird aber weiterhin nach dem Reptil gesucht werden.
Schlange nicht gemeldet
Weil Löschnig sein Haustier nicht behördlich gemeldet hatte, droht dem Grazer eine Verwaltungsstrafe. Veterinäramt und Staatsanwaltschaft entscheiden über weitere Schritte. Davon hängt auch ab, ob der Grazer für den Großeinsatz bezahlen muss. Weil nur im Dienst stehende Beamte eingesetzt wurden, wären die Kosten laut Polizei gering.
Der Reptilienexperte Werner Stangl hofft, dass die Boa bald wieder auftaucht: "Die Riesenschlange wird versuchen, ihr Futter zu verdauen. Dazu muss sie sonnige Plätze aufsuchen, weil sie dafür viel Energie braucht." Gefahr bestehe für Anrainer keine. Wer das Tier sieht, soll sofort Polizei oder Feuerwehr rufen.
Features
Fotoserie
Zum Thema
Hinweise
Die Polizei bittet um Hinweise unter der Grazer Telefonnummer: 059133/65 2222 begin_of_the_skype_highlighting 059133/65 2222 end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting 059133/65 2222 end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting 059133/65 2222 end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting 059133/65 2222 end_of_the_skype_highlighting


















