Einfach böhmisch ist schön kompliziert
Im Minoritensaal nützte das Trio Concertino aus Prag couragiert die Chance, als Einspringer für das Tecchler Trio sein Publikum im Sturm zu nehmen.
GRAZ. Bedich Smetanas ergreifendes g-moll-Trio (1855) auf den Tod seiner Tochter Bediska fließt über vor emotionaler, folkloregetränkter Sprengkraft. Von der zentralen chromatischen Formel, die schon Franz Liszt begeisterte, ufert hier Schmerzbewältigung in Violinkadenzen und Totentanzwirbel aus. Die Prager hielten dabei erregende Innenspannung.
Geiger Jan Fier (33), Pianist Ivo Kahánek (31) und Cellist Tomá Jamník (25) lösten schließlich eine exemplarische Version von Antonin Dvoáks kompliziertem "Dumky"-Trio (1890) in böhmischer Klangmalerei auf. Zugaben von Josef Suk und Bohuslav Martinu rundeten das exzellente Debüt.
Im Radio: 2. August, 10.05 Uhr, Ö1.
















