Texte von Jandl, abgemixt und "mundgeblasen"
Christian Muthspiel und sein Jandl im Wandel.
GRAZ. Im Heimatsaal der Helmut-List-Halle hieß es vielversprechend "für und mit ernst". Multiinstrumentalist Christian Muthspiel ließ sich von originalen Ernst-Jandl-Aufnahmen inspirieren und schuf durch Mehrspuraufnahmen und elektronische Loopingnutzung neue Soundgebilde und durchaus frische Kompositionen.
Der Reiz liegt sicher auch darin begründet, dass die Jandl-Verse eine eigene rhythmische Komponente besitzen, der Muthspiel gekonnt mittels Posaune, Klavier und kleinerer Blasinstrumente neues, zuweilen unkonventionelles Leben einhaucht, ohne dadurch Jandls Worte in den Hintergrund zu drängen oder gar zu überlagern.
Wenn Muthspiel selbst Jandl rezitiert, kann er aufgrund seines obersteirischen Dialektes durchaus als originelles Double von Alf Poier durchgehen. Perfekt angewendet bei "dos i a so a drottl bin". Als letzte Zugabe gönnte Christian Muthspiel dem Auditorium noch einige Minuten "Posaune unplugged" (O-Ton C. M.). Kein schlechter Schlussgedanke, denn gewisse Muthspiel'sche Synthesizerklänge brachten schon der selige Joe Zawinul oder Keyboardhexer Keith Emerson vor mehr als drei Jahrzehnten noch mittels analoger Technik den Zuhörern näher. SAM













