Grazer aus der Mur gerettet
Ein vermutlich lebensmüder Mann war am Mittwochabend im Gemeindegebiet Deutschfeistritz in die Mur gesprungen und abgetrieben. Zeugen verständigten die Einsatzkräfte. Der Mann konnte vor dem Murkraftwerk aus dem Wasser gefischt werden.

Foto © Dietmar Jantscher, FF DeutschfeistritzDer Mann in Sommerbekleidung und mit Rucksack trieb etwa fünf Meter von der Uferböschung im Wasser dahin
Mit einem Rucksack am Rücken und mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet stürzte sich Mittwochabend ein 23-Jähriger von einer Brücke in Deutschfeistritz in die Mur. Mehrere Zeugen hatten den Lebensmüden dabei beobachtet, wie er eine Zeit lang auf dem Geländer saß und ankündigte, dass er sich das Leben nehmen wolle. Sofort alarmierten die Passanten Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz - ein Großeinsatz war die Folge.
"Als wir an der Brücke eingetroffen sind, hat uns ein Zeuge berichtet, dass die Person schon 300 Meter abgetrieben wurde", sagt Harald Purgay, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz. Inzwischen war bereits die gesamte Tauchstaffel aus dem Bezirk Graz-Umgebung mit 16 Feuerwehrtauchern und drei Booten - aus Frohnleiten, Gössendorf und Gratkorn - zum Einsatzort unterwegs.
Kurz darauf wurde die im Wasser treibende Person fünf Meter vom Ufer entfernt entdeckt. Sofort haben sich Purgay und Kamerad Thomas Beinhauer mit einem Seil gesichert in die Fluten gestürzt, um den 23-Jährigen zu retten. "Wir haben uns bis auf die Unterhose entkleidet und sind dann bis zur Hüfte ins Wasser. Gott sei Dank wurde er immer weiter auf unsere Seite getrieben", schildert der Kommandant.
Doch der im Wasser treibende Mann wollte sich nicht retten lassen, was er den Einsatzkräften mit dem gestreckten Mittelfinger verdeutlichte. "Zwei Meter vom Ufer entfernt haben wir ihn zu fassen bekommen. Er wollte nicht aus dem Wasser geholt werden und hat sich gewehrt", so Purgay. Mit vereinten Kräften konnten er und Beinhauer den 23-Jährigen ans Ufer ziehen und dem Notarzt übergeben.
Kurz vor Kraftwerk gerettet
Für den jungen Mann, der aus Deutschfeistritz stammt, inzwischen aber in Graz wohnt, kam die Rettung im letzten Moment. Wäre er bis zum nahegelegenen Murkraftwerk Friesach abgetrieben worden, wäre er von der dort vorherrschenden Strömung wohl unter Wasser gedrückt worden.
Warum sich der 23-Jährige, der in die Sigmund-Freud-Klinik gebracht wurde, das Leben nehmen wollte, ist nicht klar. "Er war auf jeden Fall stark alkoholisiert", so ein Beamter der Polizei Deutschfeistritz. 2,2 Promille Alkohol im Blut wurden gemessen.














