Alle unter einem Dach: Neupositionierung Energie Steiermark
Mit dem Umzug in die neue Zentrale verschwinden bei der Energie Steiermark auch Marken wie Gas-Wärme oder Steweag-Steg. Auch die Strommarke Select wird eingestellt. Übrig bleibt nur eine Dachmarke.

Foto © Scheriau/SujetEine neue Heimat für 600 Mitarbeiter
Es wird gesiedelt bei der Energie Steiermark. Die für 35 Millionen Euro errichtete neue Konzernzentrale ist fast fertig, die ersten Etagen wurden bereits bezogen. Auf die Mitarbeiter kommen aber nicht nur räumliche Veränderungen zu. "Künftig werden wir unter dem einheitlichen Dach Energie Steiermark firmieren", so Vorstandssprecher Oswin Kois. Die eigenen Marken der Töchter Gas-Wärme oder Steweag-Steg sind damit Geschichte. Auch die Strommarke Select wird eingestellt. In den kommenden Jahren soll es zudem zu einer Konsolidierung der im Laufe der Jahre zugekauften regionalen Strom-Töchter kommen. Das wird vom Regulator seit Längerem gefordert, um die Voraussetzung für eine Senkung der bundesweit höchsten Netztarife in der Steiermark zu schaffen.
Die Stromtarife der Energie Steiermark wurden 2009 nicht erhöht, "auch 2010 wird es weder bei Strom noch bei Gas eine Tariferhöhung geben", so Kois. Damit zähle die Energie Steiermark zu den günstigeren Anbietern in Österreich. "Während in den vergangenen Jahren Zehntausende steirische Stromkunden den Anbieter gewechselt haben, haben wir allein in den letzten Wochen 8000 Kunden zurückgewonnen." Neben den Tarifen wähnt Kois die Gründe auch im "neuen, grünen Image" des Konzerns.
800 Millionen Euro
"Das schwierige Jahr 2009 hat bei allen Energieversorgern Spuren hinterlassen", so Kois. Wie berichtet, ist das Konzernergebnis um rund 45 Prozent auf 73 Millionen Euro gesunken. "Stolz sind wir aber darauf, dass wir von den Agenturen Standard&Poor's und Moody's weiter mit dem Toprating A1 und stabilem Ausblick eingestuft werden. Damit haben wir das beste Rating aller heimischen Versorger." Die geplanten Investitionen über 800 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren seien gesichert, so Kois.
Für das Palais Herberstein, die bisherige Konzernzentrale und in den Jahren des Estag-Skandals als Palazzo Prozzo in die Annalen der steirischen Wirtschaftsgeschichte eingegangen, wird noch ein Käufer gesucht. "Ein Verkauf ist bei diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht einfach." Zwei mögliche Interessenten hätten aber angefragt. Vorangebracht soll auch die Internationalisierung werden. Derzeit wird der Einstieg in ein Gasversorgungsnetz in Belgrad geprüft. Aktuell ist die Slowakei mit 150.000 Kunden der größte Auslandsmarkt.
















