Alter Hof: "Überfall" mit der Spitzhacke
Überfallsartig wurde am Freitag das historische Haus in der Jakob-Redtenbacher-Gasse abgebrochen. Obwohl die SOB der Bürgerinitiative eine Frist bis Ende Juli zugesagt hatte.

Foto © KLZ / Sabine HoffmannKeine Rettung für das Gebäude
Empörung in Graz: Noch am Montag hat die SOB-Geschäftsführung Vertretern der Bürgerinitiative zur Rettung des Alten Hofes in einem Gespräch zugesichert, dass man um zwei Millionen Euro verkauft, wenn ein Investor kommt. Bis Ende Juli sollte eine Entscheidung fallen. Am Freitag um die Mittagszeit wurde aber das Gelände unter dem Schutz von Security-Männern eingezäunt, ein Bagger fuhr auf und begann mit dem Abriss.
"Das ist einfach ein Skandal"
"Das ist einfach ein Skandal. Die SOB-Geschäftsführer Fritz Gande und Johann Schweiger haben ihr Wort gebrochen. Wir haben ihre Aussagen aufgezeichnet. Und jetzt der überfallsartige Abbruch", ist Bürgerinitiativen-Sprecherin Sarah Andersson empört. Man habe einen Investor für die zwei Millionen Euro an der Hand gehabt, der am Montag nach Graz kommen wollte. Und das Denkmalamt hat mit einer neuerlichen Prüfung des Objektes begonnen, das nach neuesten Forschungen des Stadthistorikers Peter Laukhardt wesentlich älter ist als bisher angenommen.
Tatsache ist aber, dass die Liegenschaftseigentümerin SOB Bauträger GmbH seit Juli 2007 eine aufrechte Abbruchbewilligung hat und um die Errichtung eines sechsgeschoßigen Wohngebäudes an dieser Stelle angesucht hat.
Offensichtlich ist den SOB-Chefs die Situation zu heiß geworden und sie haben sich entschlossen, vollendete Tatsachen zu schaffen. Eine Stellungnahme der SOB war am Freitag trotz mehrmaliger telefonischer Versuche nicht zu bekommen.
"Das ist ein skandalöser Umgang mit unserer Baugeschichte. Es geht nur noch um den höchstmöglichen Profit", war auch KP-Gemeinderat Andreas Fabisch empört.

















