Prozess Hypo: Wieder Ex-Vorstand befragt
Der Prozess um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark ist am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. "Cross-Border-Bereich galt als Zukunftsmarkt mit großen Chancen", so eon Zeuge.

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Es geht um einen Schaden von 40, 5 Mio. Euro, den die beiden angeklagten Ex-Manager durch riskante Geschäfte vor allem in Kroatien und Bosnien verursacht haben sollen. Am 17. Verhandlungstag war wieder ein Mitglied des ehemaligen Vorstandes als Zeuge geladen.
Ludwig Sik war von 2000 bis 2004 der Eigentümervertreter des Landes Steiermark im Hypo-Vorstand. Er konnte zumindest - im Gegensatz zu seinem am Vortag befragten früheren Kollegen Edwin Knoll - klar sagen, wer wofür zuständig war. So waren seine Bereiche zum Beispiel "Öffentliche Hand" und "Logistik", aber auch Wertpapiere. Nur eher weniger die Bereiche, die im auch nur im Entferntesten mit der angeklagten Sache etwas zu tun haben könnten.
Immerhin kannte er den angeklagten Ex-Geschäftsführer, wenn auch nur flüchtig. Er habe ihn nur gesehen, wenn dieser Engagementsvorlagen dem Vorstand präsentierte. Das sei immer "absolut plausibel, glaubhaft begründet und professionell" gewesen, so der Zeuge. "Wann hat das positive Bild Kratzer bekommen?", fragte Richter Helmut Wlasak. "Zu meiner Zeit nicht", antwortete Sik. Er gab an, dass damals der Cross-Border-Bereich "als Zukunftsmarkt mit sehr großen Chancen" vorgestellt wurde.
Nach seiner Erinnerung sei 2002 erstmals über eine personelle Aufstockung in der Leasing-Gesellschaft gesprochen worden, möglicherweise auch schon über die Installierung eines zweiten Geschäftsführers. "War Ihnen bekannt, dass sich der Geschäftsführer dagegen wehrt?", fragte der Richter. "Er hat mit ihm nie gesprochen", warf daraufhin Verteidiger Harald Christandel ein. "Vom Hörensagen wusste ich, dass es Gespräche gegeben hat", kam die Antwort vom Zeugen.
Letztes Vorstandmitglied erst im August als Zeuge
Das letzte Mitglied des Vorstandes wird erst im August als Zeuge kommen. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt, dann sind unter anderem die kroatischen Vermittler, die zum Teil hohe Provisionen kassierten, am Wort.

















