Callcenter-Chefin nötigte Angestellte zu Prostitution
Mitarbeiterin eines Erotik-Callcenters sollte sich prostituieren. Die Chefin fühlt sich "nicht ganz schuldig". Und Mann der Call-Center-Mitarbeiterin hat nur auf die Frauen aufgepasst, weil sie Angst hatten.

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Stella war die Stimme aus einem Grazer Erotik-Callcenter. Leider, bedauerte ihre Geschäftsführerin, brachte sie "zu wenige Gesprächsminuten". In einer finanziellen Notlage war sie sowieso, also sollte sie es auf Autobahnparkplätzen südlich von Graz auch "in echt machen". Ein Perspektivenwechsel, der wohl nicht ganz freiwillig war.
Das nennt man "Zuführen zur Prostitution" und "kostet" vor Gericht höchstens zwei Jahre. Angeklagt sind die Geschäftsführerin (39) und ihr Mann (34).
Er hat über seine "zukünftige Ex-Frau" viel, aber leider nichts Gutes zu sagen. Obwohl er Richter Martin Wolf sogar ein schriftliches Geständnis überreicht, fühlt er sich "in dem Sinne nicht schuldig". Er habe nur auf die Frauen aufgepasst, weil die Angst hatten.
Sie fühlt sich "nicht ganz schuldig". - "Ein bissel schuldig", schlägt der Richter vor. "Oder ein bissel viel schuldig?" - "Moralisch schuldig, weil ich mitgefahren bin." Stella habe sie darum gebeten. Die Hälfte des verdienten Geldes habe Stella ihr unbedingt geben wollen . . .
Seine erheblichen Zweifel drückt der Richter so aus: "Diese Geschichte hätte ich Ihnen vor ein paar Jahren noch persönlich übel genommen."
Tja, Moral. Die Dame ist wegen Körperverletzung, Erpressung und Betrugs vorbestraft.
Stella hat die Anzeige zurückgezogen. Nun erzählt sie blass, verängstigt, zitternd, warum: Die Chefin habe gedroht, alles ihren Angehörigen zu erzählen und sie "zu vernichten".
Das wäre jetzt schwere Erpressung und bis zu zehn Jahre wert. Die Anklage wird ausgeweitet, der Akt einem Schöffensenat zugewiesen.
Die Chefin vom Callcenter kriegt Telefonverbot: Vorläufig kommt sie nicht in U-Haft, aber wehe sie ruft Stella an, um sie unter Druck zu setzen . . .
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