Streit um Kündigung an Fachhochschule bis nach Brüssel getragen
Verdeckte Post nach Graz, Wien und Brüssel - Staatsanwaltschaft will Person dahinter befragen. Kages will nun doch Geld von Meduni sehen.

Foto © Erwin Scheriau
An der Fachhochschule Joanneum beschließt der Aufsichtsrat heute per 1. Juli die Entflechtung von Innerer Revision und Personalabteilung, die von den Studiengangsleitern aufgrund offensichtlicher Interessenskollisionen gefordert wurde.
Der unmittelbare Anlassfall, ein Revisionsbericht über den Studiengangsleiter des Journalismus-Lehrganges, Heinz Fischer, ist noch nicht ausgestanden: Fischer war von Revisor Peter Reininghaus Dokumentenfälschung beim Aufnahmeverfahren vorgeworfen worden, nachdem Fischer dieses selbst als mangelhaft empfunden und neu geordnet hatte. Als Personalchef hatte Reininghaus zuvor Kritik an einer Kündigung geübt, die Fischer veranlasst hatte. Der Gekündigte, Markus Blömeke, gegen den sich zuvor ein ganzer Studiengang aufgelehnt hatte, strengte ein Arbeitsgerichtsverfahren gegen die FH an.
Vorwurf
Seit Monaten wird der alte Vorwurf aus dem Revisionsbericht flächendeckend an parlamentarische Klubs, staatliche Behörden, zuletzt sogar an die europäische Korruptionsanwaltschaft Olaf (!) verschickt. Offenbar im Bemühen, öffentlich Stimmung gegen die FH in Hinblick auf den Arbeitsgerichtsprozess zu machen, aber immer verdeckt. Der Rektor der FH, Karl Peter Pfeiffer: "Das ist feige. Wir stellen uns jeder Diskussion, aber so will man offenbar nur dem Ruf der Fachhochschule schaden."
Auch der Staatsanwaltschaft scheint einiges zu schwanen. Anwalt Gregor Kohlbacher, hinter dem sich der Anzeiger versteckt, wurde mitgeteilt, sein Mandant möge sich deklarieren und für eine Befragung zur Verfügung stehen. Seitdem herrscht Funkstille.
Der FH-Aufsichtsrat befasste sich laut Pfeiffer mit dem Revisionsbericht, zog seinerzeit einen Arbeitsrechtler aus Wien zurate und kam zur Auffassung, dass es sich um schlampige (daher ja auch reformierte) Dokumentation, aber keine Dokumentenfälschung handle, und dass keine Schritte gegen Fischer einzuleiten seien.
















