Rückenwind für Exporteure
Die steirischen Exporte sind 2009 um fast ein Drittel eingebrochen. Langsam geht es wieder bergauf, der Euro-Kurs wird als Chance gesehen.

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Über Jahre kannten die steirischen Exportzahlen nur eine Richtung. Und die zeigte nach oben. Im Herbst 2008 folgte das, was in der Industrie als Fadenriss bezeichnet wurde. Es kamen keine neuen Aufträge mehr herein. Das wirkte sich massiv auf die steirischen Außenhandelszahlen aus. Im Vorjahr betrug das Minus satte 30 Prozent. Hatte man 2008 noch über ein Exportvolumen von rund 20 Milliarden Euro gejubelt, lag die Steiermark 2009 bei 14 Milliarden Euro. "Das entspricht in etwa dem Niveau der Jahre 2003 und 2004", so Landesrat Christian Buchmann am steirischen Exporttag. So seien auch 15.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
Schlechte Stimmung war am Tag der Exporteure, der zum sechsten Mal vom Internationalisierungscenter veranstaltet wurde, dennoch nicht auszumachen. Während der, im Vergleich zum Dollar, stark gefallene Euro-Kurs mancherorts tiefe Sorgenfalten auslöst, profitiert die Exportwirtschaft davon. "Die aktuelle Entwicklung des Euro ist überhaupt nicht dramatisch, wir liegen in etwa beim langjährigen Durchschnitt", betont Sparkassen-Vorstand Franz Kerber. Da wäre "fälschlicherweise von einem Euro-Problem die Rede". Noch vor wenigen Jahren, als der Euro zwischenzeitlich über 1,5 Dollar gelegen war, hätte es die umgekehrte Diskussion gegeben.
Ein Blick in die Branchen zeige, dass insbesondere im Energie- und Umweltbereich aber auch in der Holzindustrie eine Erholung registriert werde, so Buchmann. "Selbst in der - für die Steiermark sehr wichtigen Autozulieferindustrie - werden die Aussichten wieder als ganz gut beschrieben."
Ein Indikator, an dem sich die Exportentwicklung ablesen lässt, sind Garantien und Absicherungen für Auslandsgeschäfte. "Die Nachfrage steigt hier wieder", betont Kerber. Der wichtigste Exportmarkt für die Steiermark ist weiterhin Deutschland. Wachsende Märkte sind vor allem China und Indien. "Wir dürfen aber auch auf die USA nicht vergessen, die unser fünftgrößter Handelspartner sind", so Buchmann.
Von Wal-Mart bis Kurdistan
Traditionell werden am Exporttag auch Unternehmer ins Rampenlicht gerückt, die auf internationalem Terrain besonders gute Figur machen. Heuer konnten der Rasierapparate- und Health-Care-Spezialist Payer sowie der größte private Schulungsanbieter, die Grazer bit-Gruppe, die Preise entgegennehmen. Payer ist beispielsweise mit seinen Produkten in jedem Geschäft der größten Einzelhandelskette der Welt, Wal-Mart, vertreten. Die Exportquote liegt bei 99 Prozent. Bit ist in 50 Ländern vertreten, darunter Kirgistan, der Kosovo oder Kurdistan.

















