Der ganz geheime Tunnelblick
Franz Voves und Werner Faymann schwiegen wie die Austern.

Foto © Scheriau
Mit großer Spannung war es erwartet worden, das Treffen zwischen Landeshauptmann Franz Voves und Kanzler Werner Faymann in Graz - und Journalisten aller Medien hatten sich bereits gerüstet, um das Ereignis in Wort und Bild zu begleiten.
Doch sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Schon am Morgen telefonierten die Sprecher des Landeshauptmannes sämtliche Medien durch: Es werde kein Ton über die Gespräche nach außen dringen, nicht einmal ein Foto sei drinnen.
So blieb nur die Erinnerung an jenen strahlend blauen Wintertag 2008, an dem Faymann als frischgebackener Verkehrsminister mit Voves die Koralm-Baustelle bereiste und sich schildern ließ, wie viele Millionen bereits in das Projekt Koralmtunnel verbaut sind.
Voves ist unter Druck und schien vor dem Gespräch bereits den Glauben daran verloren zu haben, dass Faymann nun auch als Kanzler ein Einsehen haben werde. Gegenteilige Botschaften kann er im Wahlkampf aber gar nicht gebrauchen. Man munkelte, dass Voves Faymann wohl bedeutet haben wird, dass er als SPÖ-Chef beim Parteitag nächste Woche nur dann mit den Stimmen der Steirer rechnen kann, wenn der Koralmtunnel trotz der Finanznöte des Bundes außer Streit gestellt wird (siehe auch nebenan). Eine Vorverlegung der Vergabe, wie von Voves gewünscht, dürfte allerdings kaum im Einflussbereich Faymanns liegen.
Spitzenkandidat
Der steirische BZÖ-Obmann Gerald Grosz ließ sich indes als Spitzenkandidat für die Landtagswahl ausloben. Bei einem Parteitag Ende Juni soll eine Haider-Medaille als Anerkennung für Verdienste um "politische Erneuerung" vergeben werden. "Der Jörg" ist auch zwei Jahre nach seinem Tod das einzige zugkräftige Argument der Orangen.
Strompreis
Die Beteuerungen, der Staat könne beim Strompreis "nichts machen", will KPÖ-Mandatar Werner Murgg nicht mehr hören. Die Energie Steiermark (früher Estag) zahle für Elektrizität derzeit so viel wie 2006, aber der Strompreis für die Konsumenten sei seither fünf Mal angehoben worden. Ein KPÖ-Antrag an den Landtag, künftig per Gesetz anders zu agieren, wurde von SPÖ und ÖVP "nicht einmal ignoriert".
















