Experte hält Serientäter für möglich
In nur fünf Jahren wurden in Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark vier junge Frauen ermordet. Die Verbrechen weisen Parallelen auf. Der Gerichtspsychiater Reinhard Haller hält eine Serientat für möglich.

Foto © APProstituierte seien aus einer Reihe von Gründen bevorzugte Ziele von Sexualtätern
Im Fall der am Sonntag ermordet im Bezirk Gänserndorf aufgefundenen Prostituierten hält Gerichtspsychiater Reinhard Haller es für möglich, dass die Frau Opfer eines Serientäters wurde. Der Fall weist Parallelen zum knapp drei Jahre zurückliegenden Verbrechen an einer weiteren Prostituierten auf, deren Leiche im Nachbarbezirk Mistelbach gefunden worden war. Beide Tote waren unbekleidet und wurden angezündet.
2005 war eine ebenfalls angezündete unbekleidete Tote nahe Graz gefunden worden, die möglicherweise als Prostituierte tätig war, und 2008 eine erschossene Frau bei Völkermarkt. Auch in diesem Fall hatten der oder die Täter versucht, die Leiche anzuzünden. "Um allfällige Parallelitäten zu finden, kommt der Tatortanalyse große Bedeutung zu", betonte Haller.
Bevorzugte Ziele von Sexualtätern
Prostituierte seien aus einer Reihe von Gründen bevorzugte Ziele von Sexualtätern, erläuterte der Psychiater: Sie seien anonym, verfügbar und hätten zahlreiche Kontakte, welche die Ausforschung des Täters schwierig machen. Bei den Tätern gebe es zwei Typen: die sogenannten unorganisierten, die impulsiv, etwa im Streit, eine einzige Tat verüben, und den "klassischen Serienkiller, der organisiert vorgeht" und viel gefährlicher sei, sagte Haller. Er hat die Auswahl des Opfers, eventuell durch Ausspionieren, das Tötungsdelikt und das Verwischen von Spuren genau geplant.
Das Entfernen von Kleidung und persönlichen Besitztümern und das Anzünden der Leichen könnte dem Verwischen von Spuren dienen, sagte Haller. "Je länger die Anonymität des Opfers bewahrt wird, diese länger wird die Fahndung verzögert."
Features
Zum Thema
Internationaler Hurentag am 2. Juni
Der Internationale Hurentag richtet sich gegen die Diskriminierung von Sexarbeiterinnen auf der ganzen Welt. Er erinnert an den 2. Juni 1975, als bei Protesten in Frankreich 100 Prostituierte eine Kirche besetzten.
Am Aktionstag verteilen Huren und Beratungsstellen in mehreren Ländern Kondome, geben Empfehlungen für Freier-Regeln oder informieren über sexuell übertragbare Erkrankungen.
















