Nach Gewinn im Wettcafé wurde Grazer beraubt
Zwei Männer schlugen Sonntagabend in Graz einen Frühpensionisten nieder. Sie raubten ihm den Gewinnschein aus einem Wettcafé. Ein Slowake ist in Haft.

Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Erwin Scheriau
Er hatte in der Grazer Innenstadt ein Wettcafé besucht - und gewonnen, über 2000 Euro. Mit der Gutschrift über seinen Gewinn machte sich der Frühpensionist Michael W. (31) auf den Heimweg. Er wollte nur schnell etwas essen und danach neuerlich das Wettcafé aufsuchen. Er hatte keine Ahnung, dass er im Lokal von anderen Gästen beobachtet worden war. Michael W. merkte auch nicht, dass ihm zwei Männer aus dem Lokal folgten.
Pfingstsonntag, 19.30 Uhr, mitten in Graz: Auf offener Straße fielen die beiden Männer über den Frühpensionisten her. Sie schleuderten ihn gegen eine Hausmauer und schlugen ihn zu Boden. Während ein Täter das Opfer festhielt, raubte ihm der zweite Verbrecher die Brieftasche mit 70 Euro Bargeld, den Gewinnschein und das Handy.
Passanten beobachteten den Überfall und alarmierten die Polizei. Aufgrund der Täterbeschreibung wurde kurze Zeit später ein 20-jähriger Slowake von einer Streife angehalten. Die Polizisten nahmen den jungen Mann mit zur Dienststelle, um ihn genauer zu überprüfen. Dabei fanden sie bei ihm den Gewinnschein aus dem Wettcafé.
Unglaubwürdig
Den Ermittlern der Raubgruppe des Grazer Stadtpolizeikommandos erzählte der Slowake, dass er seit zweieinhalb Monaten in der Grazer Innenstadt als Bettler unterwegs sei. Geschlafen habe er auf Bänken in Parkanlagen. Dabei habe er drei andere Bettler aus dem osteuropäischen Raum kennengelernt.
Gemeinsam hätten sie Sonntag das Wettcafé aufgesucht und ihre Tageseinnahmen in die Automaten geworfen. Der 20-Jährige gibt zu, mitbekommen zu haben, dass Michael W. gewonnen hatte. Am Überfall sei er aber nicht beteiligt gewesen. Die Tat gehe auf das Konto von zwei anderen Männern aus der Bettlergruppe, behauptet der Slowake. Und: Den Gewinnschein habe er in einem Mistkübel gefunden.
Für die Kriminalisten und den Staatsanwalt ist diese Version unglaubwürdig. "Dem Staatsanwalt reichten die Verdachtsmomente aus, um die Festnahme anzuordnen", so Ermittlungsleiter Franz Maier. "Der Mann wird in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert." Nach dem zweiten Täter wird noch gefahndet.













