Abbiegeverbot ignoriert: Bus kollidierte mit Tram
Rettungs-Goßeinsatz nach spektakulärem Unfall bei der Grazer Oper: Buslenker hatte Linksabbiegeverbot ignoriert, eine Straßenbahn rammte den Bus voll. Bis auf eine Verletzte konnten am Freitag bereits alle Opfer in häusliche Pflege entlassen werden.

Foto © Feuerwehr Graz
Der Tagesausflug zum Parlament in Wien endete Donnerstagnacht für eine Reisegruppe aus dem Großraum Graz dramatisch. Wenige Meter vor dem Ziel bei der Grazer Oper wurde ihr Reisebus von einer Straßenbahn gerammt. Und das, weil der Busfahrer ein Abbiegeverbot ignoriert hatte. 16 Personen wurden teils schwer verletzt. Wie die Verkehrsinspektion am Freitag bekannt gegeben hat, sind bis auf eine verletzte Person bereits alle Opfer aus dem Krankenhaus entlassen worden und befinden sich teilweise in häuslicher Pflege.
Kreuzung
"Wir waren noch etwa 25 Leute im Bus, einige sind schon beim Stadion ausgestiegen", erzählt der Leiter des Ausflugs, der vom Karl-Renner-Institut der SPÖ organisiert worden war. Bei der Franz-Graf-Allee hinter der Oper sollten auch die letzten Passagiere aussteigen. Offenbar wollte sich der Fahrer den Umweg über den Glacis ersparen und bog am Kaiser-Josef-Platz nach links ein - unmittelbar nachdem ein anderer Bus die Kreuzung überquert hatte. Deshalb hatte er auch nicht die Straßenbahn der Linie 7 gesehen, die sich vom Glacis näherte.
Dann krachte es. Fast ungebremst bohrte sich die Tram in die rechte Flanke des Reisebusses. Glas splitterte, Fahrgäste begannen zu schreien. "Es sind alle durcheinander gerannt", schildert eine Reiseteilnehmerin. Insgesamt wurden im Bus 14 Fahrgäste verletzt, drei schwer. In der Straßenbahn hatten sich zu diesem Zeitpunkt - es war 22.15 Uhr - nur wenige Fahrgäste befunden. Ein Passagier wurde verletzt, am schwersten aber erwischte es Fahrer Christian P. (29). "Er wurde mit Infusionen versorgt und ins Spital eingeliefert", erzählt Johann Müller, Betriebsleiter bei den Grazer Verkehrsbetrieben. Der Mann konnte laut Verkehrsinspektion vom Freitag bereits in häusliche Pflege entlassen werden.
Das Rote Kreuz versorgte mit 35 Helfern die Opfer. "Trotz des großen Ausmaßes haben wir den Unfall relativ schnell abgearbeitet", bilanziert Einsatzleiter Gilbert Acham. Anfangs hatten die Sanitäter jedoch damit zu kämpfen, die leicht bzw. nicht verletzten Passagiere von schaulustigen Passanten zu unterscheiden. Laut Graz AG entstand an der Straßenbahn "beträchtlicher" Schaden, der jedoch noch nicht genau ermittelt werden konnte. Techniker müssten erst feststellen, ob sich der Unterbau der Tram verzogen hat. In dem Fall könnte der Schaden mehr als 100.000 Euro betragen. Am Reisebus entstand laut Polizei Totalschaden.
















