Grazer Palais wird zu steirischer "Kulturschatzkammer" umgebaut
Kulturhistorische Sammlung des Universalmuseum Johanneum ab Mai 2011 im Palais Herberstein. Das Gebäude wird um 7,2 Millionen Euro saniert.

Foto © Universalmuseum JohanneumSpiegelsaal im Palais Herberstein
"Museum im Palais" nennt sich ab Mai kommenden Jahres der neue Standort der kulturhistorischen Sammlung des Universalmuseum Joanneum, die schon seit mehreren Jahren nicht mehr öffentlich präsentiert wurde. Dazu wird noch bis voraussichtlich März 2011 das Palais Herberstein in der Sackstraße - dort war bis Ende des Vorjahres noch die "Neue Galerie" des Landesmuseums untergebracht - um rund 7,2 Mio. Euro saniert, hieß es am Donnerstag bei einem Pressegespräch.
Als "steirische Kulturschatzkammer" bezeichnete Kulturlandesrätin Bettina Vollath (S) die kulturhistorische Sammlung des Museums, die rund 35.000 Objekte aus unterschiedlichen Bereichen der vergangenen 500 Jahre umfasst. Sie war ursprünglich im Haupthaus des Museums in der Neutorgasse untergebracht. Nun wird sie im sanierten ehemaligen Stadtpalais der Grafen Herberstein auf rund 2.500 Quadratmetern Nutzfläche (samt Verwaltungseinheit und Vermittlungsräumen) barrierefrei neu zugänglich gemacht.
Die Prunkräume im zweiten Stock werden als authentisches Original Teil der permanenten Schausammlung sein. Unter dem Thema "Statussymbole" wird der Schwerpunkt auf die Präsentation adeliger Alltagskultur gelegt, schilderte Sammlungsleiterin Eva Marko ihr Ausstellungskonzept. In drei Bereiche gegliedert, sollen Symbole der politischen Macht, des Lebensstils und der Bildung dargestellt werden. Ein Sonderausstellungsraum in der Mitte des Rundganges wird ein Objekt zeigen, das das Thema für die halbjährlich wechselnden Ausstellungen im ersten Stock vorgeben wird. "So wird die Sonnenuhr von Peuerbach auf die erste umfassende Sonderausstellung zum Thema 'Zeit' verweisen, in der alle Abteilungen des Universalmuseums mit Objekten vertreten sein werden", so Marko.
Im ersten Stock ist auch ein Teil der sogenannten "Studiensammlung" der Abteilung untergebracht, in der u.a Zinngefäße, Schmiedeeisen, Möbel und Glas, Keramik und Textil zu sehen sein werden. Im Erdgeschoß werden ebenso Objekte der Studiensammlung ausgestellt, zwei Räume werden für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst reserviert.
Die seit Anbeginn im Palais Herberstein beheimatete "Neue Galerie" wird in das Joanneum-Haupthaus in der Neutorgasse umgesiedelt. Bis zur Neueröffnung im November 2011 werden die Kunstobjekte im Depot in Andritz zwischengelagert.













