Spiel ruft Polizei auf den Plan
Bombenalarm nahe Graz: Erstmals sorgte auch in der Steiermark ein in die Mode gekommenes Spiel für einen Polizeieinsatz.

Foto © ScheriauAllerorts legen Spieler Verstecke an, auch in der Wildnis
Wegen eines auffälligen Gebildes aus Schaumstoff wurde kürzlich auf dem Bahnhof Judendorf-Straßengel Bombenalarm ausgelöst. Wie berichtet entpuppte sich das Ding später aber als Teil eines Spiels: Geocaching.
Lexikon
Geocacher: Ein Spieler, der mit GPS-Empfänger ausgerüstet ist.
Cache: Geheimes Lager, wird mittels Koordinaten gesucht.
Ziel: In einer Rangliste werden Spieler nach Zahl der Funde gereiht.
Hunderte aktive Teilnehmer erfreuen sich in der Steiermark bereits daran. Bei der modernen Schnitzeljagd geht es darum, von anderen Spielteilnehmern versteckte kleine Behälter zu finden. Darin befinden sich Stift und Papier, um sich als Finder eintragen zu können, sowie kleine Tauschgegenstände. Mit GPS-Empfängern werden Gegenstände, deren Koordinaten für registrierte Spielteilnehmer im Internet zur Verfügung gestellt werden, aufgespürt.
Der Bombenalarm war der erste durch Geocacher ausgelöste Großeinsatz in der Steiermark. In Graz, wo rund 220 Verstecke registriert sind, gab es mit den "Schatzsuchern", die am liebsten unbemerkt ihrem Hobby in der Öffentlichkeit frönen, bisher kein Problem. "Unsere Polizisten sind aber informiert, dass es wegen Geocaching Anrufe geben kann", sagt Oberst Benno Kleinferchner vom Stadtpolizeikommando.
Für Drogendealer gehalten
In anderen Ländern kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit Geocachern. In Deutschland etwa werden Geocacher oft beim Verstecken angezeigt, weil sie für Drogendealer gehalten werden.
Gerhard Schenk, einer der aktivsten Geocacher Österreichs, führt solche Vorfälle auf die Unerfahrenheit mancher Spieler zurück: "Im Prinzip ist das Verstecken überall erlaubt, außer auf Privatgrund oder an Stellen, die man nur durch Übertretung von Gesetzen erreichen kann." In der Oststeiermark wurde ein Cache gar in einem Zugtunnel angebracht. "Die Vorgangsweise geht nicht, solche Caches werden umgehend entfernt", so der Grazer.
Vor Strafen müssen sich die Spieler nicht fürchten. Solange es sich bei verdächtigen Gegenständen nicht um eine Bombe handelt oder in Verbindung damit keine Drohung ausgesprochen wurde, ist das Auslegen nicht strafbar. "Bei Vorfällen wie in Judendorf-Straßengel müssen Cacher aber damit rechnet, dass die Polizei zur Klärung einschreitet", sagt Kleinferchner.
Features
Kommentar
Geocaching
Geocaching, auch GPS-Schnitzeljagd, ist eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd.
Die Verstecke ("Caches") werden anhand geographischer Koordinaten im World Wide Web veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden.
















