Doppelschlag machte Salzburg zum Meister
Salzburg nahm dem Krimi um die Fußball-Meisterschaft schnell die Spannung: Nach 16 Minuten in Graz war Titel Nummer drei fixiert.

Foto © ReutersSalzburg behielt die Nerven
Es war eine Fangfrage: "Und? Wer wird Meister", fragte Sturm-Präsident Hans Rinner in die Runde - und ergänzte: "Ich bin gespannt, was passiert, wenn uns das 1:0 gelingt." Nicht nur er war gespannt, auch 15.400 Besucher in der Grazer UPC-Arena, fast 2000 davon aus Salzburg.
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Alles war eingestellt auf einen Krimi um den Meisterteller, doch das Drehbuch erfuhr eine schnelle Wendung: Nach 16 Minuten war alles klar, Salzburg führte 2:0, spielte den Sieg trocken über die Distanz, machte die Siege von Austria Wien und Rapid quasi bedeutungslos - und jubelte über den dritten Titel in der Red-Bull-Ära und den sechsten für Salzburg, jubelte mit dem Meisterteller, der zugleich das Ticket in die Champions-League-Qualifikation ist - jene Liga, in die die Bullen so gerne wollen.
Torschützenkönig
Steffen Hofmann ist seit Donnerstag als erster "echter" Mittelfeldspieler Torschützenkönig der österreichischen Fußball-Bundesliga.
Das Zittern der vergangenen Wochen, als man sechs Mal in Folge nicht gewann, als aus dem Spaziergang zum Meister noch ein ziemlich holpriger, steiniger Weg geworden war, all das war vergessen. "Wir haben die Kuh doch vom Eis gebracht", sagte Marc Janko erleichtert. Die Ausrutscher der vergangenen Wochen waren vergessen, Trainer Huub Stevens, der endlich seinen ersten Meistertitel eroberte,, erhob sich nach 90 fast ruhigen Minuten auf der Bank und unterdrückte die Freudentränen. "Wir haben alles beiseite geschoben, um uns voll auf das Spiel konzentriert. Ich denke, wir sind verdient Meister. Der Titel ist eine Bestätigung unserer Arbeit." Eine Arbeit, die auch eine Serie von 22 ungeschlagenen Spielen in Serie beinhaltete.
Und eine Arbeit, die doch noch mit dem bitter benötigten Sieg in Graz endete. Nochmals Janko: "Wir wussten, dass wir die Deppen der Nation gewesen wären, wenn wir verloren hätten."
Meinungen nach dem Spiel
Huub Stevens (Salzburg-Trainer:) "Wir haben uns auf das Spiel vorbereitet und wussten, dass wir gewinnen müssen. Wir haben alles beiseitegeschoben, um uns voll auf das Spiel zu konzentrieren. Die Partie ist super gelaufen, auch mit dem frühen Tor. Habe immer gesagt, dass ich denke, dass die Meisterschaft im letzten Spiel entschieden wird. Der Titel ist eine Bestätigung der Arbeit in dieser Saison. Jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, uns für die Champions League zu konzentrieren. Das ist unser nächstes Ziel. Ich denke, dass ich heute nicht so viel Bier trinken werde, sondern ein gutes Glas Wein. Vielleicht auch eine Flasche."
Marc Janko (Salzburg-Stürmer): "Uns fällt ein Riesenstein vom Herzen. Wir haben die Kuh heute doch noch vom Eis gebracht, nachdem wir in den beiden Spielen davor die letzte notwendige Konsequenz vermissen hatten lassen. Wir wussten, dass wir die Deppen der Nationen gewesen wären, wenn wir verloren hätten. Aber wir haben des öfteren in dieser Saison unter Beweis gestellt, dass wir moralisch stark sind. Wir sind ein hoch verdienter Meister. Ich habe Roman (Wallner, Anm.) heute gesagt, dass er das entscheidende Tor machen wird. Steffen Hofmann hat sich Platz eins in der Torschützenliste verdient, das ist als Mittelfeldspieler sensationell. Aber der Steffen hat immer gespielt, wir nur ab und zu."
Roman Wallner (Salzburg-Stürmer): "Ich bin froh, dass das Spiel so gelaufen ist. Unser Erfolgsrezept war, dass wir Sturm unter Druck gesetzt haben. Ich war extrem heiß aufs Spiel, ich wäre auf dem Feld gestorben. Ob wir drei Runden vor Schluss oder jetzt Meister sind, das ist egal. Ich darf keine Vertragsdetails verraten, aber ich fühle mich sehr wohl in Salzburg."
Eddie Gustafsson (Salzburg-Tormann/derzeit verletzt): "Wir hatten eine lange Saison, ich bin jetzt unglaublich stolz. Wir haben heute zwei schöne Tore geschossen und den Titel geholt. Es war schwierig, weil unser Vorsprung geschmolzen ist. Nach der Niederlage gegen die Austria habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir dieses Spiel so schnell wie möglich abhaken müssen."
Franco Foda (Sturm-Trainer): "Zu Beginn des Spiels waren wir besser, aber wir haben unsere Chancen nicht genützt. Dann kam der der Doppelschlag. Mit dem vierten Platz haben wir unser grobes Saisonziel erreicht. Mit etwas Glück wären einige Punkte mehr drinnen gewesen. Jetzt hoffen wir am Sonntag auf einen Sieg im Cupfinale."
Hans Rinner (Bundesliga- und Sturm-Präsident): "Salzburg hat die Meisterschaft verdient gewonnen, sie sind ein würdiger Meister. Am Sonntag folgt hoffentlich unser großer Tag."
Features
Fotoserie
Meister seit 2000
- 2000 FC Tirol
- 2001 FC Tirol
- 2002 FC Tirol
- 2003 Austria
- 2004 GAK
- 2005 Rapid
- 2006 Austria
- 2007 Red Bull Salzburg (erster Titel der Red-Bull-Ära)
- 2008 Rapid
- 2009 RB Salzburg
- 2010 RB Salzburg
Fakten:
Trainer: Huub Stevens (NED/56/Vertrag bis 2012)
Trainerstab: Co-Trainer Eddy Achterberg (NED/63), Co-Trainer Ton Lokhoff (NED/50), Konditionstrainer Walter Gfrerer (AUT/37), Tormanntrainer Herbert Ilsanker (AUT/42)
Sportdirektor: Dietmar Beiersdorfer (GER/46), Assistent Thomas Linke (GER/40)
Erfolge als Red Bull Salzburg:
- ÖFB-Meister 2007, 2009, 2010
- ÖFB-Vize-Meister 2006 und 2008
- Ohne Punkteverlust Sieger der Europa-League-Gruppe G 2009/10
Zum Thema
Ergebnis:
SK Puntigamer Sturm Graz - FC Red Bull Salzburg Endstand 0:2 (0:2).
Graz, UPC Arena, 15.327 (ausverkauft), SR Gangl.
Torfolge:
0:1 (14.) Cziommer
0:2 (16.) Wallner
Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Schildenfeld, Feldhofer, Prawda - Bukva
(74. Kienast), Muratovic, Hlinka, Klem (82. Weber) - Beichler, Haas
(75. Hassler)
Salzburg: Arzberger - Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer - Schiemer
- Tchoyi (69. Janko), Leitgeb, Cziommer, Svento (89. Opdam) - Wallner
(82. Vladavic)
Gelbe Karten: Feldhofer, Bukva, Ehrenreich, Hlinka bzw. Schiemer,
Sekagya
Die besten Spieler: Hlinka bzw. Cziommer, Wallner, Leitgeb,
Schwegler















