Lernend selbst bestimmen
In der Oberstufe des Grazer Akademischen Gymnasiums wählen die Schüler ihre Kurse.

Foto © BauerSpaß am Lernen in der Psychologie-Gruppe
GRAZ. Lügen und Gruppendruck als Inhalte einer Schulstunde? Am Akademischen Gymnasium gibt es die wissenschaftliche Diskussion dazu sogar in englischer Sprache. "Let me look behind your mask" - "Lass mich hinter deine Maske schauen" lautet der Titel des Kurses, der von Psychologie-Professorin Susanne Riegler-Mollang angeboten wird. Und es ist kein Freigegenstand für besonders motivierte Schüler. Der Kurs ist Teil des Oberstufen-Kurssystems, das hier seit dem Schuljahr 2006/07 (nach dem Vorbild von Gibs und BRG Petersgasse) angeboten wird. Elisabeth Glavic hat das Projekt mitentwickelt und erklärt: "Jeder Schüler muss in der Oberstufe mindestens zehn Kurse besuchen, wobei sich das Programm zu je einem Drittel aus Geisteswissenschaft, Sprache und Naturwissenschaft zusammensetzt". Der Hintergrund: "Die Schüler sollen Inhalte nach ihren persönlichen Interessen wählen können." Und auch die Lehrer bekämen so die Chance, sich ein wenig abseits des Lehrplans zu vertiefen. Ein Durchfallen gibt es übrigens nicht. "Wer einen Kurs negativ beendet, muss im nächsten Semester einen Ersatzkurs wählen." Durchschnittlich 65 gibt es pro Semester zur Auswahl - und zwar klassenübergreifend.
Im Kurs "Let me look behind your mask" diskutieren beispielsweise Melina Winkler (6. Klasse) und Carla Aschner (7. Klasse) über die Sinnhaftigkeit eines Lügendetektors. "Manchmal fallen mir nicht alle Vokabel ein", erklärt Melina den Unterschied zur älteren Kurskollegin. "Aber dann hilft mir Carla halt." Soziales Lernen ist eben noch ein zusätzliche Draufgabe des Kurssystems.
















