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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2010 um 21:42 UhrKommentare

Med-Uni Rektor: "Wir bleiben keine Gelder schuldig"

Der Rektor der Medizin-Uni, Josef Smolle, nimmt zum aktuellen Konflikt Stellung: Aus seiner Sicht werde der klinische Aufwand korrekt bezahlt.

Josef Smolle, Rektor der Medizin-Uni

Foto © Scheriau/ArchivJosef Smolle, Rektor der Medizin-Uni

In der Landespolitik ist nach wie vor offen, ob es zwischen Spitälergesellschaft Kages und Medizin-Uni (Mug) künftig eine gütliche Zusammenarbeit gibt. Kages-Chef Werner Leodolter schrieb gestern in einer Mail an seine Belegschaft, es gebe am Grazer Klinikum eine "Schere" zwischen stagnierenden Erlösen und steigenden Kosten in Höhe von rund 19 Millionen Euro. Dies wolle man unter anderem bewältigen, indem man durch enge Zusammenarbeit mit der Mug Synergiepotenziale hebe. Mug-Rektor Josef Smolle nimmt im Interview zur aktuellen Lage Stellung.

Es gibt Vorwürfe, die Medizin-Uni habe Forschungsgelder nicht widmungsgemäß verwendet. Was haben Sie mit dem Geld gemacht?

JOSEF SMOLLE: Der Klinische Mehraufwand (KMA) ist für Lehre und Forschung am Klinikum gewidmet. Aber das Geld ist kein Durchlaufposten. Niemand kann exakt sagen, wie hoch der Betrag ist, den wir an die Kages weiterzuleiten haben. Welche Handgriffe im Spital sind für die Forschung nötig, welche für die Krankenversorgung? Das lässt sich nicht trennen. Deshalb muss man verhandeln.

Das heißt, aus Ihrer Sicht ist die Mug der Kages gar kein Geld schuldig, sondern die Kages hat nur fälschlich zu viel gefordert.

SMOLLE: Man kann weder behaupten, wir schulden der Kages was, noch umgekehrt. Das Land wollte beim KMA das Dreifache von dem haben, was der Bund zu zahlen bereit war. Dann haben wir verhandelt. Das Ergebnis ist deutlich näher an jener Summe, die das Land will.

Also haben Sie für den Bund schlecht verhandelt . . .

SMOLLE: Jedes Bundesgeld, das ans Grazer Klinikum geht, ist aus meiner Sicht ein Erfolg. Es gab unterschiedliche Zugänge, wir haben jetzt einen guten Weg gefunden.

Woran liegt es dann, dass bei der Kages-Belegschaft das Gefühl entsteht, man müsse der Mug Geld nachlassen und dafür ein Sparpaket schultern?

SMOLLE: Wenn es so rüberkommt, dann verstehe ich diese Reaktion. Aber das entspricht nicht den Tatsachen. Die konkrete Forderung ist eben nicht unzweifelhaft festlegbar. Die Verhandlungen mit der Kages basieren auf absolutem Vertrauen und Transparenz.

Kann es sein, dass man dieses Vertrauen nach oben (zur Politik) und nach unten (zur Belegschaft) nicht ausreichend kommuniziert hat?

SMOLLE: Ich verstehe, dass sich die Aufsichtsräte unsere Einigung jetzt sehr genau ansehen. Immerhin schwelt diese Streitfrage seit Jahrzehnten.

Sie haben vom Bund 202 Millionen Euro für die Jahre 2007 bis 2009 erhalten . . .

SMOLLE: Das sind Teile unseres Budgets, und aus diesen Geldern soll der KMA abgedeckt werden. Das heißt nicht, dass wir alles darauf verwenden müssen.

Im Kages-Aufsichtsrat hieß es, Teile seien nicht widmungsgemäß verwendet worden.

SMOLLE: Es entspricht alles den gesetzlichen Vorgaben. Der KMA hat kein Mascherl und es steht nirgendwo, wie das Geld detailliert dort oder dort eingesetzt werden muss.

Ein Beispiel: Für Geräte im Landeskrankenhaus waren 7,4 Millionen Euro veranschlagt. Davon wurden 1,5 Millionen offenbar nicht für Geräte, sondern für das Personal im Zentrum für Medizin-Forschung (ZMF) verwendet.

SMOLLE: Viele Investitionen werden von Bund und Land gemeinsam finanziert. In den letzten Jahren war es öfter so, dass der eine Partner nicht alles gezahlt hat. Das hat jahrzehntelang Tradition.

INTERVIEW: DIDI HUBMANN, ERNST SITTINGER


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