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Zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 um 23:31 UhrKommentare

Fortschritt, Stillstand und Angst

Integration: Experten bilanzieren zwiespältig. Lob und Tadel für die Politik halten sich die Waage.

Eigentlich", sagt Robert Reithofer, "ist es seit Jahren das Gleiche. Die Politik tut so, als wären die Menschen mit Migrationshintergrund nicht da." Der Geschäftsführer von Isop sieht einen Stillstand in der Integrationspolitik und vermisst vor allem die interkulturelle Öffnung im Magistrat und der Politik.

"Eigentlich", sagt Christian Ehetreiber, "geht die Stadt in die richtige Richtung." Der Geschäftsführer der Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus sieht Fortschritte und lobt das Gesprächsklima mit der Politik.

Die Einschätzungen der Experten in Sachen Integrationspolitik in Graz fallen unterschiedlich aus. Die Grüne Sigi Binder hat mit ihrer Kritik an Koalitionspartner und ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl eine breite Diskussion ausgelöst. Für Binder ist die Arbeit des Integrationsreferenten Nagl schlicht "katastrophal".

Nagl selbst will sich dazu vorerst nicht äußern. "Schlicht Unsinn", entgegnet Ehetreiber der Politikerin. "Im Vergleich mit dem Land ist die Stadt sogar vorbildlich." Auch Anton Fink von der Caritas ist zufrieden. "In vielen Ansätzen ist Graz richtig unterwegs. Die Kooperation mit dem Integrationsreferat läuft gut." Das politische Hickhack sei hingegen kontraproduktiv.

Irene Windisch, Geschäftsführerin von Danaida, erkennt ebenfalls Positives. "Es hat sich einiges verbessert." Aber ihr fehlt ein politisches Bekenntnis zur Integration und "eine Strategie. Jetzt ist alles nur Stückwerk." Reithofer kritisiert, dass die Politik "Realitäten nicht benennt - aus Angst, vielleicht ein paar Stimmen zu verlieren."

Zu wenig Geld

In einem Punkt sind sich alle einig: Es fehlt an Geld. 500.000 Euro hat das Integrationsreferat jetzt zur Verfügung, "das müssen in fünf Jahren drei Millionen sein", fordert Ehetreiber. Reithofer sagt: "Leute aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen, ist das teuerste, was man tun kann. Gerade in Sparzeiten können wir es uns nicht leisten, nicht in Integration zu investieren."

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