Mystische Momente mit Hüttenbrenner
Peter Schmelzer-Ziringer im Interview.

Foto © FUCHS Peter Schmelzer-Ziringer initiiert Hüttenbrenners Wiederent-deckung
Sie dirigieren am Sonntag Schuberts "Unvollendete" und die Grazer Erstaufführung der Sinfonia concertante a-moll seines Freundes Anselm Hüttenbrenner. Wie kamen Sie dazu?
PETER SCHMELZER-ZIRINGER: Schon von Jugend an war mir das Werk Hüttenbrenners durch Aufführungen in meiner Heimatpfarre St. Veit vertraut. Seit 1990 wohne ich wieder ständig in Graz und hatte jedes Mal an Hüttenbrenners Grab ein schlechtes Gewissen, dass sich niemand um den Herren kümmert.
Das führte zur Gründung Ihres "Anselm Hüttenbrenner Fördervereins für junge Künstler"?
SCHMELZER-ZIRINGER: Richtig. Seit 2006 arbeite ich intensiv an dem Werkarchiv, das inzwischen an die Kunstuniversität transferiert wurde. Mit meinem Ensemble, das hauptsächlich aus Mitgliedern des Orchesters "recreation" besteht, habe ich seither schon etliche seiner Werke in Graz aufgeführt.
Kann nun Hüttenbrenner mit Schubert mithalten?
SCHMELZER-ZIRINGER: Als Anwalt Hüttenbrenners sage ich: Es gibt keine qualitativen Differenzen. Hüttenbrenner ist wie Schubert ein intensiver Hochromantiker - mit größerer Nähe zu Beethoven. Er verfügt über eine völlig eigenständige musikalische Handschrift und war ein großer Erfinder meist weitschweifiger, liedhafter Themen, die oft ins Mystisch-Düstere gehen. Seine Sinfonie ist technisch höchst anspruchsvoll.
INTERVIEW: EVA SCHULZ
Orchesterkonzert. Anselm Hüttenbrenner Förderverein für junge Künstler: Sinfonie Nr. 7 von Schubert, Sinfonia concertante a-moll von Hüttenbrenner. 9. 5., 19 Uhr, Pfarrkirche St. Veit/Graz. Karten: Tel. 0676 42 94 069
















