Wirbel um Cocktailtour
Grazer schlägt Alarm: Bei der "Cocktailtour", an der acht Grazer Bars teilnahmen, habe sein 17-jähriger Sohn sogar harte Drinks bekommen.
Was für Cocktailtour-Veranstalter Herbert Wippel als "Kennenlernen der Cocktailkultur" gedacht war, geriet für sieben jugendliche Schüler - alle um die 17 Jahre - zur veritablen Sauftour. Das schildert ein besorgter Vater (Name ist der Redaktion bekannt) der Kleinen Zeitung. Sein Sohn und seine Schulfreunde haben ohne Probleme in acht Grazer Bars, die am 24. April an der Cocktailtour teilgenommen haben, harte Drinks ausgeschenkt bekommen.
Für diese "Tour" konnte der Gast um 23 Euro in einem Kombiticket, so die Idee, Cocktails in acht Lokalitäten bekommen. Eine weitere Tour Ende Juni ist ebenfalls schon geplant.
"Es kann ja nicht sein, dass auf dieser Cocktailtour Jugendliche ohne Kontrolle mit harten Getränken abgefüllt werden. Das ist unverantwortlich vom Anbieter", ärgert sich der Vater. Mit sechs gleichaltrigen Schulfreunden war sein 17-jähriger Sohn unterwegs und in allen acht teilnehmenden Bars bekamen sie die harten Drinks, schildert der Vater. Er will nun das Jugendamt in dieser Sache einschalten.
Dort bestätigt Maria Radaschitz, dass das Jugendschutzgesetz eindeutig das Ausschenken von Cocktails, die hochprozentige Bestandteile enthalten, an unter 18-Jährige verbietet. Genau darauf habe er, so Wippel, auch alle Lokalbetreiber hingewiesen: "Wenn es doch passiert ist, finde ich das arg."
Arg findet der Vater, dass so "ein Besäufnis für Jugendliche überhaupt möglich ist". Reinfried Fink, mit seiner Bar M 1 Teilnehmer an der Cocktailtour, betont, dass man dem Ansturm von 300 Leuten nicht gewachsen gewesen sei: "Wenn so viel los ist, wer schaut da noch auf den Ausweis."
Wolfgang Mally vom continuum weiß ebenfalls von großem Gedränge. Cocktails an unter 18-Jährige seien nicht mutwillig ausgeschenkt worden. Mally wird jedenfalls bei der nächsten "Tour" nicht mehr mittun: "Ich will keine Gäste, die ich nicht kenne."

















