Noch mehr Einsatz für das junge Publikum
Für ihre zweite Saison als Intendantin der Grazer Oper verspricht Elisabeth Sobotka eine Fortsetzung des bisher eingeschlagenen und vom Publikum offenkundig honorierten Wegs.

Foto © APABurgtheaterdirektor Matthias Hartmann inszeniert in Graz die "Lady Macbeth von Mzensk" von Schostakowitsch
Sie sei "sehr glücklich" in Graz, wo sie ein "einmaliges Haus mit einem einmaligen Mitarbeiterstab" vorgefunden habe, bekennt Elisabeth Sobotka. Die seit Herbst amtierende Intendantin der Grazer Oper hat dazu auch allen Grund, hält sie doch derzeit mit rund 122.000 Besuchern bei einer Gesamtauslastung von 80 Prozent.
Konsequenterweise setzt sie daher ihren Weg fort und kündigt auch für ihre zweite Spielzeit ein Programm an, das möglichst viele Facetten des Musiktheaters abdecken will (siehe nebenstehende Tabelle). Zum Saisonauftakt gibt es analog zu den "Meistersingern von Nürnberg" im letzten Herbst wieder eine große deutsche Oper, die seit 40 Jahren nicht mehr in Graz gespielte "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss. James Rutherford, der nach seinem Rollendebüt in Graz den Hans Sachs in den "Meistersingern" in diesem Sommer bei den Bayreuther Festspielen verkörpern wird, singt erstmals den Barak.
Die Reihe der Mozart-Opern wird mit dem "Don Giovanni" unter der Regie von Johannes Erath fortgesetzt, dessen "Lulu"-Inszenierung morgen in Graz Premiere hat.
Ein Schwerpunkt gilt der italienischen Oper mit der Wiederaufnahme von "La Bohème", Peter Konwitschnys Neuinszenierung von "La Traviata", in der die an der Wiener Staatsoper als Reimanns "Medea" gefeierte Marlis Petersen ihr Rollendebüt geben wird, und Bellinis "I Capuleti e i Montecchi". Das französische Repertoire vertritt Gounods "Faust", das russische Schostakowitschs "Lady Macbeth" in der Regie von Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann.
Dem enormen Erfolg der Kinderoper "Das Traumfresserchen" trägt Sobotka mit einer weiteren Aufführungsserie des Werks von Wilfried Hiller und der Neuproduktion des Familienmusicals "Das Gespenst von Canterville" von Robert Persché ebenso Rechnung wie mit den Familienkonzerten und dem pädagogischen Programm "Oper Aktiv!".
Ballettchef Darrel Toulon, der fünf Stützen seines Ensembles ersetzen muss, bietet neben seiner Version von Händels "Messiah" ein besonders umfangreiches Programm, darunter die Koproduktion "Meeting Maribor".
"Für mich ist mehr mehr", begründet Chefdirigent Johannes Fritzsch das große Konzertangebot, das er um den nun selbst gestalteten "Advent in der Oper" und den mit der Musik von Edmund Meisel live begleiteten Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" erweitert hat.















