Teure Bruchlandung für Steuerzahler
Flughafen Graz als großer Verlierer bei der Robin-Hood-Bruchlandung. Brisant: Mit am Steuer als Pilot war Graz AG-Kapitän Malik. Und mit an Bord: Die Steuerzahler.

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Der Flugbetrieb läuft noch. Bei der Pleite-Airline Robin Hood ist von Stillstand keine Rede. Masseverwalter Heimo Hofstätter will den angestrebten Ausgleich mit einer Quote von 20 Prozent für die Gläubiger bei der ersten Prüfungstagsatzung am 6. Mai über die Bühne bringen. Der Weiterführung der Airline stünde dann nichts mehr im Wege.
Ermöglichen wird das vor allem der Steuerzahler: Seit 2007 häuften sich die Außenstände der Robin Hood beim Flughafen, der im Eigentum der Graz AG (und damit der Stadt) steht. Der Flughafen ist mit einer Forderung von 615.000 Euro einer der größten Gläubiger. Kommt es zum 20-Prozent-Ausgleich, ist fast eine halbe Million abzuschreiben.
Der Flughafen hilft jetzt noch mit, dass Robin Hood der Bruchlandung entgeht. Er hat die Miete für den Hangar IV von 14.000 auf 7000 Euro halbiert. Ein Blick in die Bücher der Airline zeigt: Der Steuerzahler hat die Hangar-Miete stets gestützt. So ist der Mietaufwand im Jahr 2008 mit 136.000 Euro angegeben, die Mietermäßigung lag aber bei 96.000 Euro.
Noch eine pikante Buchungszeile findet sich in den Büchern. Robin Hood überwies 3624,06 Euro an Wolfgang Malik. Dieser sitzt als Graz AG-Vorstand im Flughafen an den Hebeln der Macht und ist gleichzeitig als Pilot für jene Airline geflogen, die am Flughafen Schulden anhäufte. Seine Erklärung: "Ich bin einmal im Auftrag der Robin Hood geflogen, habe das Geld aber rücküberwiesen." Er habe durch diese Zahlungen nicht in eine Unvereinbarkeit geraten wollen.
Trotzdem ist er mit dem Klein-Jet der "CW-Business-Air" regelmäßig geflogen. Diese lief mit der Luftfahrtbetriebserlaubnis der Robin Hood mit und ist in deren Hangar geparkt. Malik: "Ich habe sie aber sonst nur in meiner Freizeit, im Auftrag der Eigentümer, pilotiert." Die CW-Business-Air gehört der Christof Group und dem einstigen Graz AG-Aufsichtsratschef Ernst Wustinger.
Keine Unvereinbarkeit
Dass der Flughafen die Schulden der Robin Hood nicht mit dem nötigen Nachdruck eingetrieben habe, weist Malik zurück: "Wir haben den Anwalt eingeschaltet, als Gebühren ausblieben. Zuletzt ließen wir die Maschinen erst starten, wenn Gebühren vorab beglichen wurden." Der Flughafen habe ein hohes Interesse am Zwangsausgleich: Erstens erhielte er dann wenigstens 20 Prozent der Forderungen, zweitens wäre die wichtige Verbindung nach Zürich weiter gesichert.
Die Mietnachlässe seien nicht zum Schaden des Flughafens gewesen, so Malik: "Da gab es einen Landesbeschluss, um über Marketingbeiträge Fluglinien für Graz zu sichern." Letztlich kam auch das aus dem Steuertopf.
Features
O-Ton
"Ich habe eine kleine Maschine im Auftrag der Robin Hood pilotiert, das Geld aber rücküberwiesen."
Wolfgang Malik, Graz-AG.
Fakten
Verbindlichkeiten von 6,8 Millionen Euro (bei Aktiva von 3,5 Millionen) haben sich bei der Fluglinie Robin Hood aufgetürmt, bis der nunmehrige Ex-Geschäftsführer Georg Pommer der Robin Hood im März Insolvenz anmelden musste. Am 6. Mai wird bei der Prüfungstagsatzung ein Zwangsausgleich mit 20-Prozent-Quote angestrebt.
Insgesamt haben beim Masseverwalter 22 Gläubiger ihre Forderungen bekannt gegeben. Höhe der offenen Forderungen derzeit: 1,5 Millionen Euro.
















