Hepatitis unter Süchtigen nimmt zu
Die Wirtschaftskrise schlägt sich auch auf Drogenkonsum nieder, meinen Experten. Sorgen macht der Anstieg der Hepatitis-Erkrankungen unter Drogensüchtigen. Riedler startet Info-Offensive.

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Mit über 342.000 an Drogensüchtige ausgegebenen Spritzen erreichte diese Zahl im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. "Ein klares Indiz dafür, dass sich die Wirtschaftskrise auch auf den Drogenkonsum auswirkt", meinen Roland Urban, der Leiter des Kontaktladens und Streetworks, und der Grazer Suchtkoordinator Ulf Zeder, die gestern mit Gesundheitsstadtrat Wolfgang Riedler (SPÖ) den Jahresbericht 2009 zur Suchtprävention präsentierten (Näheres siehe Grafik oben).
Alarmierend für Stadtrat Riedler und die Experten ist aber vor allem auch die Zunahme der Hepatitis-Erkrankungen unter den Drogensüchtigen. Rund 50 Prozent der getesteten Abhängigen sind an Hepatitis erkrankt. Erfreulich dagegen, dass im vorigen Jahr keine Neuinfektionen mit dem HIV bekannt geworden sind.
Deshalb will der Gesundheitsstadtrat im Rahmen der Drogenprävention heuer besonders der Hepatitis den Kampf ansagen. Riedler: "Sauberes Konsumverhalten und Behandlung der Erkrankten sind dabei das Um und Auf." In Zusammenarbeit mit Fachleuten werde der Kontaktladen eine umfangreiche Informations- und Aufklärungskampagne unter dem Motto "Gib den Löffel nicht ab" starten.
Die hohe Zahl an getauschten Spritzen wird auch als Zeichen dafür gewertet, dass die Problematik des intravenösen Drogenkonsums in Graz weiter stark verbreitet ist. Dass die mit der Wirtschaftskrise einhergehenden Ängste in die Sucht treiben, wissen Urban und Zeder aus zahlreichen Kontakten mit Abhängigen. Aktuell habe man in Graz derzeit eine Szene mit rund 1500 bis 2000 Drogenkranken.
Konsumraum
In der Frage des von vielen Experten geforderten Drogen-Konsumraumes in Graz gebe es eine Pattstellung, man warte auf eine Entscheidung im Innenministerium in Wien, berichtet Riedler. Auf die Notwendigkeit dieser Einrichtung wies Ulf Zeder gestern erneut hin. "Dem Süchtigen sagen, dass man ihm dann helfen werde, wenn er total abstinent ist, das geht einfach nicht." Für Herbst plant Riedler eine Exkursion nach Basel, wo es eine für Europa beispielhafte Drogenarbeit gibt.
















