Pro Monat wollen 1000 Bahnkunden Geld zurück
Nach Zugverspätung heißt es lange auf die Entschädigung warten: Rückstau bei ÖBB.

Foto © APABei Verspätungen ab 60 Minuten gibt es Geld zurück
Seit die ÖBB im Dezember die Fahrgastrechte ausgeweitet haben und nun Entschädigungen für Verspätungen sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr erstattet werden, kommen die Mitarbeiter mit dem Bearbeiten der Anträge kaum nach. Pro Monat gelangen rund 1000 Fälle an die Bahn, bestätigt Thomas Berger, Sprecher für den Personenverkehr.
Absolut betrachtet eine hohe Zahl, die Berger aber sofort relativiert: "Wir befördern täglich rund eine Million Passagiere, das heißt, die Beschwerden liegen im Promillebereich."
Eine solche kommt von Magdalena Schlossern aus Fehring. Sechsmal im Jahr fährt sie mit dem Nachtzug von Graz nach Zürich, zufrieden ist sie so gut wie nie, erzählt sie: "Einmal gibt es kein Wasser, dann funktionieren die Klos nicht, ein anderes Mal ist das Abteil schmutzig." Seit ihrer bislang letzten Reise am 2. März ärgert sie sich aber über etwas anderes. Der Zug 464 erreichte mit mehr als drei Stunden Verspätung Zürich, was der Steirerin auch bestätigt wurde. Sie füllte ein Formular der Schweizer Bahn (SBB) aus und sandte es mit dem Originalticket an die SBB. Neun Tage später erhielt Schlossern die Antwort, dass ihr Erstattungsantrag an die ÖBB weitergeleitet wurde, da die Kundin dort das Ticket gekauft hatte. "Sie werden direkt von der ÖBB kontaktiert", heißt es im Brief der SBB.
Bis Mitte April hat sich bei der Oststeirerin niemand gerührt. "Die SBB reagiert sofort, die ÖBB schlummert dahin", stellt Schlossern fest, der den Fahrgastrechten zufolge der halbe Ticketpreis zusteht.
ÖBB-Sprecher Thomas Berger bittet um Verständnis: "Die Anträge werden chronologisch bearbeitet. Die Kundin bekommt auf jeden Fall eine Antwort." Die ÖBB haben die Fahrgastrechte ausgebaut, das Servicecenter hat aber nicht mehr Personal bekommen. "Die Spitzenwartezeit liegt derzeit bei acht Wochen." Was die Pünktlichkeit der Züge betrifft, sind die ÖBB mit dem Nahverkehr (95 bis 97 Prozent) sehr zufrieden. Im Fernverkehr (77 Prozent Pünktlichkeit) ist man davon noch weit entfernt, das nächste Ziel lautet 80 Prozent.
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Fahrgastrechte
Bei Verspätung, Zugausfall und versäumtem Anschlusszug bieten die ÖBB Entschädigung. Die Ursache muss bei der Bahn liegen.
Erst bei Verspätungen ab 60 Minuten haben Fahrgäste ein Anrecht auf Fahrpreiserstattung von 25 Prozent, ab 120 Minuten von 50 Prozent.
Details unter www.oebb.at/fahrgastrechte
















